So, nach 1,5 Wochen Teneriffa und 2,5 Wochen La Gomera bin ich wieder auf dem spanischen Festland gelandet.
Zeit für einen ausführlichen Bericht
Ich konzentrier mich mal auf La Gomera, denn darum ging's ja in dem Thread.
Wie kommt man hin ?
Ich bin mit der Fähre ab Huelva nach Teneriffa (Santa Cruz de Tenerife) mit Amaras. 330€ ohne Kabine für 1 Erw + Vanster (5m, 2m).
Fahrtdauer: zwischen 31 und 40 Stunden abhängig davon welche Kanareninseln vorher noch angelaufen werden.
Eine Stunde vorher da sein reicht üblicherweise, wenn man vorher gebucht hat.
Wenn man keine Kabine hat ist komfortabel schlafen schwierig.
Bei allen sofaähnlichen Teilen hat Amaras in der Mitte Bügel montiert, sodass ausgestreckt schlafen nicht
möglich ist. Es gibt noch Sitze wie im Flugzeug aber auch das ist nicht gerade komfortabel.
Ich habe schliesslich im Schlafsack auf Deck beim Pool geschlafen auf einer der Liegen, die da rumstanden.
Manche schlafen auch einfach auf einer Unterlage auf dem Boden. Mit Kabine gibt es ab ca. 600€.
Zurück von Teneriffa (Santa Cruz de Tenerife) nach Huelva mit Fred Olsen, 310€, auch ohne Kabine.
Schlafsituation ohne Kabine ähnlich wiebei Amaras.
Das Auto stand hier auf dem obersten Deck, quasi im Freien und hatte bei der Ankunft eine Salz-Panade.
Beim nächsten mal würde ich versuchen einen Platz in den unteren Decks zu bekommen.
Bei beiden Fährgesellschaften durfte man dreimal am Tag für eine Viertelstunde ans Fahrzeug.
Bei Fred Olsen durften auch Hunden mit, die nachts in einem Raum mit Boxen untergebracht sind und tagsüber auf's "Hundedeck" durften.
Wifi war bei Amaras kostenlos aber kaum zu gebrauchen. Bei Fred Olsen hat Wifi extra gekostet.
Eine weitere mögliche Fährstrecke ist Cadiz <-> Santa Cruz de Tenerife.
Von Teneriffa (Los Christianos) nach San Sebastian de La Gomera und in die andere Richtung gehen jeden Tag 3 oder 4 Fähren.
Dauer: ca. 50 min, Kosten: 65€ für 1 Erw + Vanster (5m, 2m).
Stehen kann man, wenn man nicht gleich weiterfahren will, erstmal gut in San Sebastian in der Nähe des Hafens. Habe dort viele WoMos gesehen.
Ich stand längere Zeit in Valle GranRey in Strandnähe und eine Nacht in Playa Santiago, jeweils in Gesellschaft einiger anderer WoMos.
Im Norden kann man wohl auch stehen, aber da sind die Buchten und alles einfach enger und es gibt weniger Platz.
In Playa Santiago gab es eine öffentliche Dusche am Strand, keine öffentliche Toilette. Playa Santiago ist auch recht klein und das Angebot an Restaurants usw. entsprechend.
In Valle Gray Rey gibt es da mehr und auch einen langen Sandstrand. In Valle Gran Rey gibt es keine öffentliche Dusche und keine öffentliche Toilette.
Stehen und im Auto übernachten war kein Problem, auch über mehrere Tage. Die Polizei ist einmal durchgefahren ohne anzuhalten.
An der Strasse, welche direkt am Strand vorbeiführt gab es Verbotschilder für Camper und Caravans, aber auch dort standen Vans und WoMos.
Ausgwiesene Stellplätze oder Campingplätze habe ich keine gesehen.
Was ich vielleicht noch erwähnen sollte ist, dass es am Wochenende immmer etwas voller wird, wenn noch spanische Wochenendcamper dazu kommmen.
Deshalb am besten unter der Woche anfahren.
Auf La Gomera gehen alle Strassen über die Inselmitte, d.h. wenn man in einen anderen Ort will geht es in der Regel auf einer Strecke von ca. 10km auf 1500 Meter hoch und dann wieder das gleiche nach unten, meist schwindelerregend an steilen Abgründen und Schluchten entlang.
Die Strassen sind in sehr gutem Zustand aber ich bin glaube ich in meinem ganzen Leben nicht so viele Serpentinen und Kurven gefahren wie dort. Habe auch das ein oder andere mal angehalten um nachzusehen, ob die Bremsen überhitzen.
Ich war froh, dass ich ein kleines Fahrzeug hatte und froh über meine 177 PS und meine Automatik mit Paddelschaltung. In den Ortschaften wird es manchmal auch auf den Hauptstrassen sehr eng, sodass auch zwei normale PKW nicht aneinander vorbeikommen.
Tankstellen und supermercados gibt es in jeder Ortschaft auf der Insel.
Die Insel ist ein Paradies für ambitionierte Wanderer. Fahrradfahren dort ist etwas für Spezialisten, die gerne sehr lange und steile Anstiege und Abfahrten mögen. Es gibt praktisch keine flachen Strassen.
Die Mountainbiker lassen sich mit Shuttles in die Höhe bringen und fahren dann ab. Aber auch das ist m.E. eher was für erfahrene Mountainbiker.
Wetter zweite Februarhälfte war recht angenehm. Tagsüber meist sonnig, so dass man sich an den Strand legen und in's Meer springen konnte. Manchmal einige sehr kurze Schauer. An einem Tag gab es starke Windböen und
regelmässig abends wurde es doch recht windig, d.h. abends brauchte ich lange Hose und Pulli.
Was mir an der Insel sehr gut gefallen hat ist, dass es keine Hotelburgen gibt und die sehr gechillte Atmosphäre vor allem in Valle Gran Rey. Es gibt immer noch viele alte und junge Hippies - meist deutsche -
sowie Aussteiger und Überwinterer.
Beim Sonnenuntergang wird täglich am Strand getrommelt und danach gibt es gelegentlich noch eine Feuershow.
Einige deutsche haben sich auch dort niedergelassen und betreiben Ferienwohnungen oder Fahrradverleih o.ä.
Auch die Einheimischen sind sehr aufgeschlossen und freundlich. Einmal hat mir ein Einheimischer (Pepe) Bananen von seiner Plantage an's WoMo gebracht