Christian Cruiser schrieb: Moin,
Sollte auch weiterhin so sein, moderne Motore brauchen kein klassisches Einfahren mehr.
Das wird zwar immer wieder gesagt und geschrieben, aber eigentlich sind nur die Toleranzen viel kleiner geworden. Ein gewisses "Einspielen" wird auch heute noch an den Zylinderlaufbahnen und in den Lagern stattfinden. Vermutlich sogar genauso oder ähnlich lang wie früher, weil zwar die Toleranzen kleiner, aber die Materialien beständiger (härter) geworden sind.
Mindestens die ersten 500 km die Kiste nicht mit sehr hohen oder sehr niedrigen Drehzahlen unter Last zu quälen, warmfahren, wechselnde Last und Drehzahlen sind ganz sicher nicht falsch. In einigen Tests (neuer 140 PS-Motor) wurde berichtet, dass die ersten Kilometer ziemlich "lustlos" (
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) vom Motor abgespult werden, das Ding danach aber so langsam "freier wird". Das deutet darauf hin, dass auch die Motorsteuerung am Anfang noch etwas bremst, also einen Einfahrmodus zu haben scheint. Diesen Aufwand treibt der Hersteller bestimmt nicht aus Spaß.
Bei meinen neuen Motorrädern (noch gar nicht so alt) gab es auch immer Einfahrempfehlungen vom Hersteller und da ich recht neugierig bin, habe ich natürlich den Werkstattbesitzer nach dem ersten Ölwechsel gefragt, wie denn die Suppe so aussah und ob da auch kleinste Metallpartikel drin sind. Und ja, er bestätigte, dass das erste Öl leicht silbrig glänzt und die Motoren durchaus auch bis zu 3000 km zum Einfahren brauchen.
Das bringt mich zu dem letzten Punkt: Die Empfehlung, das Öl erst nach ca. 50.000 km oder nach zwei Jahren zu wechseln, stört mich persönlich an der ganzen Einfahrerei am meisten. Jetzt haben PKW und NKW sicherlich bessere Ölfilter als Motorräder, aber feinste Partikel werden sich dort trotzdem noch im Kreis drehen und das Öl ist, je nach Produktion des Kastens, schon recht lange drin gewesen. Nach allerspätestens einem Jahr kommt bei mir daher die Suppe raus und wird getauscht. Genau genommen ist das für mich sogar der wichtigste Punkt beim Einfahren.