Hallo Forumsgemeinde,
nachdem meine Suche hier keinen vergleichbaren Fall fand: die ganze Geschichte in einem neuen Thread
Im Herbst 2017 erwarb ich einen Win2Plus (Basisfahrzeug Citroen Jumper) vom Campinghändler meines Vertrauens. Das Fahrzeug hatte zu dem Zeitpunkt ca. 23 000 km auf dem Tacho und war nach Erstzulassung im April 2017 ein halbes Jahr bei McRent als Mietfahrzeug gelaufen. Das Fahrzeug war zum Zeitpunkt der Übergabe in tadellosen Zustand. Nach kurzen Probetouren stellte ich den Camper von Dezember bis April (2018) unter und holte ihn dann aus dem Winterschlaf. Meinen alten VW-Bus (T4, 20 Jahre, 600 TKm) verkaufte ich im April 2018 - der Camper ward fortan mein einziges Fahrzeug (mein Berufleben schien sich dem Ende zu nähern - im Juli kam es jedoch noch mal ganz anders... aber nur so am Rande..) - ich ging sorgsam mit ihm um und wurde schnell mit dem grossen Fahrzeug vertraut.
Im Sommer besichtigte eine Bekannte das Fahrzeug - mit Pumps an den Füssen, die Absätze ca. 3x3 cm, Gewicht 70..80 Kg.
Sie trat vom Beifahrersitz in den Campingteil durch und als ich nachher den Fussboden betrachtete, traute ich meinen Augen nicht:
Foto ZA269425.JPG
Die Absätze hatten sich in die Fussmatte regelrecht eingestanzt, die (fest mit dem Fahrzeug verbundene) Matte liegt an dieser Stelle etwas hohl, darunter ist Bordelektrik, Verkabelung (wie ich inzwischen weiss).
Nun ja, sie meldete den Schaden ihrer Privat-Haftpflichtversicherung (eine grosse, namhafte Gesellschaft, bei der sie nach eigener Aussage schon über 20 Jahre Beiträge eingezahlt hat ohne Schadensfall bisher). Den Namen der Versicherung nenne ich erst, wenn der Fall komplett abgeschlossen ist - bitte habt Verständnis.
Bei der Citroen-Werkstatt meines Vertrauens bat ich um einen Kosten-Voranschlag - ich wusste ja, dass die Versicherung die Schadenhöhe interessieren wird.
Die erste, schnell dahin gesagte Summe lautete ca. 64 Euro - nach dem beigefügten Foto war eine einfache, herausnehmbare LKW-Gummimatte.
Besagte Matte im Camper ist aber fest mit dem Fahrzeugboden verschraubt, reicht über die gesamte Fahrerkabine bis an den Wohnteil und zwecks Montage / Demontage müssen mindestens die Sitze aus/ eingebaut werden. Den Schaden wollte ich in jedem Falle behoben haben - eine Eindringen von Wasser von nassem Schuhwerk in die Elektrik des Fahrzeugs kann verheerende Folgen haben. Ausserdem: der Camper ist ca. 1 1/2 Jahre alt - keine alte Kiste, an der man das evtl. mit ein bisschen Flickarbeit provisorisch behebt.
Nun - die Werkstatt schaute noch mal genau hin... der nächste Kosten-Voranschlag lag bei ca. 830 Euro, inclusive Demontage/Montage. Das schien mir auch realistisch. Inzwischen habe ich zahlreiche Formulare für die Versicherung ausgefüllt, Nachweise gebracht, Schadensfotos, Zulassungskopie, Kosten-Voranschlag.. und bat die Versicherung, die Angelegenheit doch gleich mit der Werkstatt abzuwickeln.
Wochenlanges Schweigen (Anrufversuche bei der Versicherung landeten immer wieder bei verschiedenen Bearbeitern "jaja, der Fall wird bearbeitet") - dann meldete sich ein Gutachter bei mir. Wir vereinbarten kurzfristig einen Besichtigungstermin - es war inzwischen Mitte November.
Der Gutachter kam, es war ein Montag morgen - sah - und es war ihm sofort klar: ein typischer Fall von Fahrlässigkeit durch die Verursacherin - kein Fake, kein Versicherungsbetrug.
Ein paar Fotos, ein kurzes freundliches Gespräch von Techniker zu Techniker - Handschlag und er eilte zu seinem nächsten Fall, ich in die Arbeit.
Wochen später: der Bescheid der Versicherung, dass sie den Schaden regulieren werden, mich aber auf einer zentralen Schadensdatenbank registrieren und voerst nur den Nettobetrag der Schadenssumme erstatten werden. Nach Reparatur könne ich ja die Rechnung einreichen und bekäme noch "ohne weitere Prüfung" die Mehrwertsteuer erstattet.
Wie grosszügig, dachte ich...
Inzwischen war es Dezember und der Camper stand im Winterquartier: Saisonkennzeichen 4...11.
Ich dachte mir so beiläufig: Zufall oder Absicht ? Anhand der Kopie des Zulassungsscheins wusste die Versicherung, dass das Fahrzeug jetzt wahrscheinlich untergestellt ist..... Wenn denn dort jemand so "um die Ecke" denkt.
Meine Emotionen und Gedanken in der Situation möchte ich hier nicht näher beschreiben... die passenden Worte hätten sicher rechtliche Konsequenzen.
Nun - das Wetter war noch friedlich, etwas regnerisch, kein Schnee, Eis, Streusalz etc.
Somit hatte die Citroen-Werkstatt meines Vertrauens die geniale Idee, den Austausch der Fussmatte sofort in Angriff zu nehmen....
Mit einem Überführungs-Kennzeichen ("rote Nummer") brachte ich das Fahrzeug am 11. Dezember 2018 in die nahe Werkstatt, ca. 15 km von seinem Winterquartier entfernt. Die Wetterprognosen für diese Tage hiessen: schneefrei. Die Werkstatt hatte Zeit und angesichts der Vorgeschichte mit der Versicherung war es mir ganz Recht, den Fall zügig abzuschliessen.
Denkste - jetzt beginnt des Dramas 2.Akt:
Die Werkstatt hat von ihrem Teile-Lieferanten (Zentrallager im Mainz und in Vesoul) bisher 4 verschiedene Sendungen von Fussmatten bekommen - 3 passen nicht und 1 Karton enthielt nur eine leere Papprolle. Das Fahrzeug steht mit demontierten Sitzen bis heute in der Werkstatt - ich hab das Drama inzwischen fotografiert und dokumentiert, kurz vor Weihnachten eine nette Beschwerde an den Ciroen-Support geschrieben (Sofort-Antwort: Registrierungsmail-blabla) - am vergangenen Freitag, dem 28.12. dann ein Anruf von einer freundlichen jungen Dame "jaja, sie bemühen sich, stehen mit der Werkstatt im ständigen Kontakt...". Ich freundlich: "ja, ich auch." Stimmt ja auch - die Werkstatt kann ja nichts dafür, wenn beim Lieferanten Chaos herrscht und es anscheinend mehrere verschiendene Teilenummern und Varianten zur der Fussmatte gibt. Sie wird wahrscheinlich noch im Ducato und im Peugeot Boxer verbaut. Keiner weiss es genau. Und vielleicht hat der Pappkarton mit der leeren Papprolle auch eine spezielle Teilenummer, die ja vielleicht richtig sein könnte ?
Tschuldigung - das musste ich einfach mal so loswerden.
Dieses Jahr ist so gut wie vorbei - und diese Baustelle bleibt offen. Hätte ich nicht gedacht.
Aber - wenn Murphy's Gesetz wirkt - dann anscheinend gründlich.
Ich hoffe nur, dass der Camper wieder im Winterquartier ist, bevor das Wetter verrückt spielt. Streusalz in den Radkästen und am Unterboden wollte ich unbedingt vermeiden.
Auf den Durchgang kommt zukünftig ein Stück Teppichboden, mit Klettband befestigt. Längst vorbereitet. Und der Camper wird nur noch mit geeignetem Schuhwerk oder barfuss betreten - das schau ich mir vorher an.. Soweit meine Lehren aus dem Vorfall.
Und hier noch ein paar Fotos vom Camper mit demonierter Fussmatte, die beschädigte Matte im Detail und von der Unterseite - eine Folie mit etwas Isolierschaum, hohl liegend.
Die Werkstatt hat noch eine Hausaufgabe, neben der Reparatur: Ein Gepräch mit Citroen, etwas konstruktionsseitig gegen diese Schwwachstelle zu tun. Von mir werden sie das bei Bedarf auch noch mal hören oder lesen. Der Versicherung werde ich das so nicht sagen - sonst kommen sie am Ende noch auf die Idee "da gibt es nichts zu regulieren für uns - wenden sie sich bitte an den Hersteller". Nein ! Das sehe ich nicht ein... könnt ihr das verstehen ?
Gruss Hartmut
Ich werde ein Update einstellen, wenn die Angelegenheit abgeschlossen ist..
Hatte jemand aus der Forumsgemeinde schon ähnliche Erfahrungen (mit der Fussmatte) gesammelt ?
ZC289513
ZC289515
ZC289517