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MB Vito / V-Klasse – Service A - 40.000 km nicht erreicht ? 04 Mär 2026 10:03 #1

  • D231
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Das Kundendienstintervall des MB Vito / V-Klasse Mopf 2 (seit 2019) mit dem OM654 Motor ist variabel, bis zu 40.000 km / 2 Jahre.
Immer wieder wird die – aus Laufleistungssicht - vorzeitige Aufforderung zum Kundendienst thematisiert, meist mit Anspruch auf Gewährleistung / Garantie / Anwalt .... garniert.
I.d.R. Ist der technische Hintergrund nicht bekannt oder wird nicht akzeptiert. Beides hilft nicht wirklich weiter.
Es gibt zwei extreme Szenarien den OM654 zu betreiben:

Als „Mama-Taxi“ im Winter
oder
als „Kurierfahrer mit Stopp in Hamburg und München“ im Sommer

Der Mama-Taxi-Betriebsmodus zeichnet sich durch häufige Kaltstarts, extreme Kurzstrecken, häufige Lastwechsel und permanente Regenerationsabrüche aus – genau das mag der OM654 überhaupt nicht.
Der Dieseleintrag in das Motoröl ist hoch, es entsteht die berühmte Motorölvermehrung, auch gern über MAX, mit dem Werkstattaufenthalt zum Ablassen von Motoröl.
MB arbeitet aktiv gegen die Intervallverkürzung, mit einer deutlich höheren Ölmenge als üblich. Normalerweise werden Füllmengen von 6 Liter verwendet, der OM654 hat 9 Liter Motoröl. Deshalb kann der OM654 auch mehr Diesel im Öl vertragen.

Darüber hinaus, als mittelfristiges Problem, verabschieden sich die Differenzdrucksensoren (vor und nach dem DPF) vorzeitig, durch die Dauerfeuchtigkeit im Abgassystem. Die Sensoren melden sich dann mit der gelben  Warnleuchte und ca. 500.- € sind in der Werkstatt fällig.

Der Service Assist zeigt den Abstand zum nächsten Termin in Tagen an, mit beeindruckender fallender Tendenz.
In diesem Betriebsmodus ist man näher an 3.500 km als an 35.000 km bis zum nächsten Service.
Konkret gibt es Fahrzeuge, die um die 10.000 km vom Service Assist in die Werkstatt beordert werden.

Und – klar: Der Kuriermodus mit nur 2 Stopps (außer Pausen) im Dauerlauf, im warmen Sommer, immer abgeschlossene Regenerationen – alles fein.
Hier sind die 35.000 km kein wirkliches Problem.
Und in diesem Modus zählt der Service Assist nicht in Tagen, sondern in Kilometern und das ziemlich genau. 

Was man wissen sollte, ohne zu sehr in die technischen Details zu gehen:
Der OM654 ist ein – bezogen auf die Abgasschummel-Thermofenster-Problematik – neu konstruierter Motor. Während andere Hersteller den damals vorhandenen Motoren mehr oder weniger effiziente Abgasreinigungssysteme als Rucksack angehängt haben, VW war nicht allein, hat MB neu und genau unter diesen Gesichtspunkten den Motor entwickelt.
Durch zwei AGR-Systeme (Hochdruck- und Niederdruck) wird das Thermofenster nahezu geschlossen, d.h. es entsteht deutlich weniger NOx als bei anderen Herstellern. Das kann man am geringen AdBlue-Verbrauch erkennen.
Der DPF wird per zusätzlicher Dieseleinspritzung regeneriert, die Temperatur im DPF erhöht sich deutlich, auf ca. 600 Grad und der Ruß verbrennt zu Asche.
Die beiden Differenzdrucksensoren messen vor und nach dem DPF den Abgasdruck, wenn der Unterschied zu groß wird, dann ist der DPF voll mit Ruß und das Abbrennen wird per Diesel durchgeführt.
Wenn diese Regeneration oft gestartet werden muss, wird viel Diesel, der nicht sofort im DPF wirksam wird, in das Motoröl eingetragen. Man könnte es fast "häufiger Regenerationskaltstart“ nennen. Das ist so gut wie möglich zu vermeiden.

Der OM654 wurde lange Jahre nur in den hochpreisigen MB-Edelfahrzeugen verbaut, ist erst mit der Mopf 2 / 2019-2020 in den Niederungen der V-Klasse / Vito angekommen.

Was kann man tun?
Um Ruß = Regenerationen zu minimieren, HVO oder Ultimate tanken.
Bei Kurzstreckenbetrieb im Abstand von 400 - 500 km eine längere Fahrt einplanen, vielleicht mal die Tante besuchen oder gezielt auf Shopping-Tour gehen.
Falls der Servicetermin vor die kalte Kurzstreckenphase fällt, dann den Ölstand nicht auf MAX, sondern auf Mitte einfüllen lassen, 0,5 L Öl weniger. Das gibt Raum für den zu erwartenden Dieseleintrag.

Wenn man weiß, wie der Motor denkt, kann man mitdenken und die Probleme oft minimieren.

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Letzte Änderung: von D231.
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