Kunstleder im Automobilbereich weist eine riesige Spannbreite in der Qualität und damit der Haltbarkeit auf.
Das beste Material hatte ich bei Mercedes-Benz in den alten Baureihen R107, W123 (andere möglicherweise auch) als das sogenannte MB-Tex kennen gelernt. In der Haptik und Oberfläche nur schwer von Leder zu unterscheiden und unkaputtbar (daher auch in den Taxen von MB der Standard-Sitzbezug).
Das schlechteste Material fand ich in den beiden Opel Tigra TwinTop meiner Kinder. Dort sind nur die Sitzflächen und Rückenlehne mit Körperkontakt beledert - alle anderen Flächen haben Kunstlederbezüge mit nur geringer mechanischer Belastbarkeit. Das lässt sich zwar reparieren - ist aber nervig.
Im Wohnmobilbereich geht das dann allerdings nochmals schlechter. Selbst bei Marken im Hochpreissegment wie MALIBU oder EURA trifft man auf Kunstlederbezüge, die sich bereichsweise auflösen. Ob es da immer an der Kunstlederqualität liegt, oder auch an der anderen Nutzungsart, kann ich nicht beurteilen - zum dauerhaften Sitzen oder Liegen halte ich Kunstleder - aber auch unbelüftetes Leder - für wenig angenehm auf der Haut.
Ebenso schlechte Kunstlederqualitäten gibt es bei den modernen Esszimmerstühlen im unteren Preissegment. Nach 5 bis 6 Jahren lösen sich die Oberflächen auf und blättern ab. Ähnlich den schlechten Qualitäten in Wohnmobilen.
Wenn es die Möglichkeit gibt, Stoffoberflächen zu erhalten, würde ich im Wohnmobil immer dazu raten.
Aber das muss jeder selbst für sich entscheiden.
Wie gut oder schlecht Kunstleder tatsächlich haltbar ist, stellt sich i.d.R. erst nach Ablauf der Sachmangelhaftung heraus.
Erfahrungswerte mit älteren Modellen eines Herstellers sind nur bedingt brauchbar, da die Materialien - selbst bei gleicher Optik - durch günstigeren Einkauf unterschiedlich sein können.
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