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Vario 545 Erfahrungen nach einem Jahr und 19000 km 10 Aug 2018 20:13 #1

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Ein Jahr und 19000 km Erfahrung mit Vario 545
Spontan im Januar 2017 entschieden wir uns für den Vario 545 - geliefert Ende Juli 2017. Die damalige Kaufentscheidung wurde sehr von der Optik des Fahrzeuges geprägt, aber entscheidend waren letztlich die unschlagbaren Vorteile von Mobilität und Funktionalität. Vor dem Hintergrund, reguläre PKW-Stellplätze anfahren zu können (Städtetrips) und dennoch -nebst genügend Zulademöglichkeiten- ein positives Raumgefühl zu verspühren, gab es keine Alternative. Als echte "Oldtimer" (68/66) sind die Dachschlafplätze eine Herausforderung an die Beibehaltung der jetzigen Vitalität. Was Größe und Bequemlichkeit des "Schlafzimmers" angeht eine durchweg positive Erfahrung. Dachluke und Seitenfenster sorgen für ausreichende Belüftung. Der Ausguck von oben ist interessant und gibt etwas Sicherheitsgefühl. Auch die Trennung zwischen Wohn- und Schlafbereich ist perfekt. Während meine Frau schon oder noch schläft, kann ich ungestört ein Flasche Wein "ziehen" bzw. das Frühstück vorbereiten.
Auf div. Rundreisen (Schottland Aug/Sept. 2017 - Rundreise Loire/Bretagne Okt. 2017 -Rundreise Irland Mai 2018 - Badeurlaub Spanien (Oliva) Juli 2018 - div. Wochenentouren) hat sich das Konzept von Länge/Breite/Ladevolumen stets bewährt. Seien es die schmalen Strassen in Schottland die flexiblen Parkmöglichkeiten innerhalb idyllischer Städte oder die Zuladung an Geränkevorräte.
Zum Fahrzeug - Fahrverhalten - etc.
In der Anfahrtphase merkt man die Masse die in Bewegung gebracht werden muss. Der Schaltvorgang vom ersten in den zweiten Gang muss mit Gefühl und abgestimmter Drehzahl erfolgen, um einigermaßen ruckelfrei zu schalten. Überwiegend arbeitet man in der Wohnmobilbranche mit leichteren Materialien (Pappelsperrholz), zu Gunsten von Gewicht und Zulademöglichkeiten - nicht bei Pössl. Bei schlechten Strassenverhältnissen (z Bsp.Schottland) glaubt man eine Teststrecke zu befahren. Ein Federungsweg gibt es von Anfang an nicht. Die Blattfederung liegt bereits bei Fahrzeugauslieferung auf den Anschlagpuffern auf. Man fragt sich; " Ist das TÜV-zulässig?" Bei jedem Schlagloch gibt es einen ordentlichen Rumps und man fürchtet um den Erhalt der tollen Inneneinrichtung. Der Fahrkomfort ist hier schon beeinträchtigt, von der Sicherheit mal abgesehen. Also, geich zu Beginn 2018 Nachrüstung mit Luftfederung vorgenommen. Situation hat sich danach wesentlich verbessert, wobei die Verstärkung der vorderen Stoßdämpfer noch eine zweite Option darstellen wird. Auch das Fahrverhalten bei kurvenreichen Strecken vermittelte danach mehr Fahrsicherheit. Jedenfalls eine empfehlenswerte und sinnvolle Nachrüstung. Grundsätzlich ist man mit dem Vario 545 auf Fiat-Basis (oder anderem Typ) entspannt unterwegs. Fahrübersicht, Fahrverhalten, Lenkradius sind gut, die Beschleunigung ausreichend - an langen Steigungen wären 30 PS mehr von Vorteil. Auch von wirtschaftlicher Seite akzeptabel. Jüngste Verauchswerte (Spanien und zurück 3800 km) lagen bei 9,6 ltr mit ca. 50% Autobahnanteil Durchschnittstempo 110km/h und 50% Landstraße/Orte. Gewicht stets am Limit ca. 3400 kg und darüber.
Zur Ausstattung:
Markise, Dieselheizung, 200 Watt Solar, 2x Rückfahrkamera, 16" Bereifung, Radio Navi, TV (in Planung div. Sicherheitseinrichtungen)
Da wir bereits im Vorgängerfahrzeug eine Dieselheizung hatten gab es keine Alternative. Auch die 200 Watt Solaranlage ist zeckmäßig, will man 2-3 Tage irgendwwo autark stehen. Der Küchentisch mit Auszugsteil ist abartig schwer. Erste Maßnahme Auszugsteil entfernt, dieTischplatte wird als nächstes ersetzt. Das sogenannte Bad ist eher eine Kombination aus Waschbecken und Toilette. Es gleicht wohl einem akrobatischen Akt darin zu duschen. Das Waschbecken ist in der Tiefe zu klein bemessen, will man die Zähne putzen, muss man die Spiegeltür öffnen und den Kopf in den Schrank stecken. Und genau hier befinden wir uns in dem Bereich, wo man zu Gunsten der Fahrzeugmobilität auch seinen Tribut entrichten muss. Die Entleerung der Toilettencassette ist schlecht umgesetzt. Erst Klappe öffnen, dann Lattenrost anheben - schlecht wenn das Bett belastet ist. (Entsprechende Änderung wird an anderer Stelle dokumentiert) Eine vollständige Entleerung des Grauwassertanks gelingt selten. Der Tank wölbt sich zwischen den Hallterungen nach unten. Der Restinhalt liegt dann ca. 3 cm unter dem Niveau des seitlichen Ablasshahns. Ggf. kann eine neue Öffnung auf der Bodenseite des Tanks Abhilfe schaffen. (Tankdurchführung oder Schlauchtülle 90 Grad) Die Betätigung des Ablasshahns war zu schwergängig - wurde anderweitig gelöst.(Bilder werden nachgereicht) Das obere Etagenbett ist Ablage und Stauraum für Kleidung (ausgestattes mit Unterbettboxen) Das untere Bett gilt als Notaufnahmelager, falls durch zuviel Alkohol die Höhenluft nicht mehr ertragen - und die Toilette in Reichweite sein muss. Die Küche ist funktionell gestaltet - Stauraum für Lebensmittel und Geschirr zu genüge vorhanden. Der Kühlschrank hat auch in 3 Wochen Spanien einwandfrei gearbeitet. Auch ansonsten gibt es überall genügend Aufbewahrungsmöglichkeiten für allerlei Utensilien. Das Staufach unter dem Beifahrersitz wurde auch von hinten, mittels Scharnieren und Magnetverschluss zugänglich gemacht. (Bilder folgen)
Als Zwei-Personenfahrzeug ein fast perfekt umgesetztes Konzept - die 100% gibt es nicht, aber mit den hier im Forum kursierenden Ideen und Verbesserungsvorschläge kann man sich an die 99% herantasten. Würden wir uns heute neu entscheiden, wäre es wohl ein Vario 545
Klaus & Evi
Vario 545 -Fiat 148 PS - Diesel Standheizung - Markise - Heki -
200 W Solar - Radio- Rückfahrkamera - Luftfederung - Batteriecomputer - Ladebooster - Lifepo4 270Ah -
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Vario 545 Erfahrungen nach einem Jahr und 19000 km 11 Aug 2018 15:27 #2

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Hallo Klaus,
ich schaue auf ca. 2 Jahre und 37.000 km mit dem Vario 545 zurück (siehe Details in "mein Poessl"). Meine Erfahrungen decken sich i.W. mit Deinen. Zwei Punkte weichen allerdings ab.
Dein Durchschnittsverbrauch liegti bei 9,6 ltr mit ca. 50% Autobahnanteil Durchschnittstempo 110km/h und 50% landstraße.
Mein Vario mit dem geichen Motor braucht über die gesamte Nutzungszeit gemessen 10,4L. Reisetempo Autobahn 100 bis 110 kmh (das ist nicht das Durchschnittstempo!) Landstraße eher 80 bis 90 kmh. Ich kann mir beim Vario daher weder ein Durchschnittstempo (?) von 110 kmh noch einen Verbrauch von unter 10 L dabei vorstellen. Ausserdem ist der Verbrauch stark windabhängig.

Der zweite Punkt ist der Kühlschrank. Die Kühlleistung des waeco MDC 90k war auf Grund der speziellen Einbausituation und der daraus resultierenden schlechten Be- und Entlüftung im 545 insbesondere bei höheren Temperaturen nie ausreichend. Er kühlte messbar schlechter als alle meine Absorber vorher! Ich habe den Kühlschrank daher nach fast einem Jahr Ärger gegen einen waeco MDC 90 mit einem Flächenkondensator ausgetauscht, den Einbauort gegen von außen einstrahlende Wärme isoliert, die Zu- und Abluft optimiert und eine zusätzliche Außenlüftung eingebaut. Jetzt gehts und er leistet das, was man von einem Kompressor Kühlschrank erwarten kann.

Der Vario 545 ist alles in allem tolles Fahrzeug, das alles das kann, was wir uns von einem Reisemobil so wünschen.
Gruß

Martin

PS.
Weil der umständlich Zugang zur Kassette des WC eine "spontane" Entleerung oder eine Entleerung bei Regen stark einschränkt, haben wir inzwischen eine Zweitkassette und können wechseln und entleeren, wenns passt. Außerdem sind dadurch längere "Standzeiten" möglich.
seit 1979 unterwegs mit diversen Wohnmobilen, seit April 2016 mit grauem Pössl Vario 545/Fiat, 148 PS, 3.5 t, 16 Zoll Alu, Votronic BC, verstärkte Federn vorne, Zusatzluftfedern hinten, Wattstunde Solar 120wp, Abluftöffnung/elektr. Regelung Kühlschrank,Trenntoilette, Caratec Soundsystem, Lithium
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Vario 545 Erfahrungen nach einem Jahr und 19000 km 11 Aug 2018 17:25 #3

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Hallo Martin, habe nochmals kurz die Strecke analysiert.
Unsere Strecke von Lauterbourg (Grenze) Mülhausen - Belfort - Besancon - Chalon sur Saone - Vichy und von dort auf die Autobahn A75 Clermont.Ferrand nach Beziers. Landstrasse bis an die spanische Grenze und von dort weiter Autobahn bis Oliva und das ganze wieder retour.
Autobahnanteil Frankreich und Spanien ca. 2050km - Anteilige Landstrasses (z. Teil auch autobahnähnliche Strassen) ca. 750 km.
Auf der Autobahn sind wir zu 85% um die 110km gefahren. Die Strassen in Frankreich sind sehr unterschiedlich, aber auch zum Teil Autobahn ähnlich. Höchstgeschwindigkeit in Frankreich auf den Landstrassen nur 80Km/h.
Gesamt errechnete der Bordcomputer eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 77 km/h.
Mein Sohn in einem Ford Transit mit Alkoven benötige einen Durchschnittsverbrauch von 12,5 ltr. , wobei das Gesamtgewicht bei ihm etwas niedriger ist. Also muss ich die Angaben dahin korrigieren, dass die Durchschnittsgeschwindigkeit auf der Autbahn nicht 110km/h waren, sondern zu 85% an diesen Wert herankommen. Ach ja, die erste Negativbotschaft zuhause "Justificante de Pago de Sancion" Strafzettel über € 100 wegen 15km Geschwindigkeitsüberschreitung. Wird binnen 20 Tage bezahlt halbiert sich der Betrag.
Ansonsten fahre ich eher moderat und komme im Alltag auf Verbrauchswerte von 9,2 ltr./100km.
Bezüglich Kühlschrank: wir hatten Aussentemperaturen um die 30 Grad. Einzigste Maßnahme zwei der Plastikgitter oberhalb des Kühlschrankes wurden entfernt - ansonsten wie gesagt echt zufrieden.
Gruss Klaus
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Vario 545 Erfahrungen nach einem Jahr und 19000 km 11 Aug 2018 19:13 #4

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Das mit der WC Cassettenentleerung mit Anheben des Bettenrosts hat mich sehr gestört. Da massive Kreuzprobleme, musste Abhilfe her, indem ich die Auflagen für das Bettenrost um 55mm erhöht habe, sodass die Klappe ohne Anheben des Rosts aufgeht.
Dazu habe ich am linken Rostteil eine Holzleiste montiert, die auf der vorstehenden Kante aufliegt. Unter die herausnehmbare Aluleiste wurden ebenfalls zwei Holzblöcke montiert, die genau in die für die Aluleiste vorgesehenen Aussparungen passen. Für den rechten Rostteil musste ich an der Rückwand ebenfalls eine Rostauflage montieren. Das Bett liegt genauso stabil auf wie ohne Erhöhung, man hat Kofferraumhöhe gewonnen und bekommt die WC Entsorgungsklappe problemlos auf.
LG Uli
Pössl Vario 545, Bj. 2015, 3l, Dometic twin35, esx vnc720, Midi Heki, All in, Winterpaket, CPplus, Traction+, Tempomat, Nebelscheinwerfer, Webasto Thermo Top, DuoControlCS, 18" GD9, AHK, Wipro, Klimaaut., 3x100W/p Solar DC-Solar E400;-32, Votronic Solarregler MPP350; Batteriecomputer MT4000.

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Vario 545 Erfahrungen nach einem Jahr und 19000 km 11 Aug 2018 22:38 #5

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Hallo Klaus,
eins interessiert mich noch - wie kalt war es denn im Kühlschrank und auf welcher Stufe lief er bei 30 Grad?
Martin
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Vario 545 Erfahrungen nach einem Jahr und 19000 km 12 Aug 2018 13:29 #6

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Hallo Martin,
die genaue Temperatur kann ich dir nicht sagen. Aber der Kühlschrank war stets gut mit Lebensmittel und Getränke befüllt. Nach zwei Stunden im Eisfach waren die Getränke wirklich eiskalt, Fleisch/Fisch nach einigen Stunden gefroren. Die Temperatureinstellung war zwischen 4-5 eingestellt. Anbei Bild vom Typenschild.
Gruss Klaus
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Vario 545 Erfahrungen nach einem Jahr und 19000 km 12 Aug 2018 14:14 #7

  • Klevi
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Hallo Uli,
deine Ausführung waren auch meine erste Überlegungen. Da das Bett "relativ" selten benutzt wird habe ich den Lattenrost entfernt und durch eine Pappelsperrholzplatte ersetzt. Lattenrost und Platte befinden sich auf gleichm Niveau und eine Beeinträchtigung der Bequemlichkeit kann man nicht feststellen.
Es wurden lediglich die senkrechten Träger im Bereich des Toilettenfachs mit 3 Schrauben befestigt, alles andere ist wieder orginal und ohne Spuren rückbaubar.
Die Toilettencassette kann nun mit 3 mm Spielraum/Abstand mühelos entnommen werden. Die Verschlussklappe wurde zu Gunsten des Gewichts weggelassen.
Meine Frau hat sich beim Mittagsschlaf desöfteren den Kopf an der Decke angeschlagen, weshalb die Höhe zur Decke beibehalten wollte.
Dein Umbau ist jedenfalls die professionellere Endlösung.
Gruss Klaus
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