Ein Jahr und 19000 km Erfahrung mit Vario 545
Spontan im Januar 2017 entschieden wir uns für den Vario 545 - geliefert Ende Juli 2017. Die damalige Kaufentscheidung wurde sehr von der Optik des Fahrzeuges geprägt, aber entscheidend waren letztlich die unschlagbaren Vorteile von Mobilität und Funktionalität. Vor dem Hintergrund, reguläre PKW-Stellplätze anfahren zu können (Städtetrips) und dennoch -nebst genügend Zulademöglichkeiten- ein positives Raumgefühl zu verspühren, gab es keine Alternative. Als echte "Oldtimer" (68/66) sind die Dachschlafplätze eine Herausforderung an die Beibehaltung der jetzigen Vitalität. Was Größe und Bequemlichkeit des "Schlafzimmers" angeht eine durchweg positive Erfahrung. Dachluke und Seitenfenster sorgen für ausreichende Belüftung. Der Ausguck von oben ist interessant und gibt etwas Sicherheitsgefühl. Auch die Trennung zwischen Wohn- und Schlafbereich ist perfekt. Während meine Frau schon oder noch schläft, kann ich ungestört ein Flasche Wein "ziehen" bzw. das Frühstück vorbereiten.
Auf div. Rundreisen (Schottland Aug/Sept. 2017 - Rundreise Loire/Bretagne Okt. 2017 -Rundreise Irland Mai 2018 - Badeurlaub Spanien (Oliva) Juli 2018 - div. Wochenentouren) hat sich das Konzept von Länge/Breite/Ladevolumen stets bewährt. Seien es die schmalen Strassen in Schottland die flexiblen Parkmöglichkeiten innerhalb idyllischer Städte oder die Zuladung an Geränkevorräte.
Zum Fahrzeug - Fahrverhalten - etc.
In der Anfahrtphase merkt man die Masse die in Bewegung gebracht werden muss. Der Schaltvorgang vom ersten in den zweiten Gang muss mit Gefühl und abgestimmter Drehzahl erfolgen, um einigermaßen ruckelfrei zu schalten. Überwiegend arbeitet man in der Wohnmobilbranche mit leichteren Materialien (Pappelsperrholz), zu Gunsten von Gewicht und Zulademöglichkeiten - nicht bei Pössl. Bei schlechten Strassenverhältnissen (z Bsp.Schottland) glaubt man eine Teststrecke zu befahren. Ein Federungsweg gibt es von Anfang an nicht. Die Blattfederung liegt bereits bei Fahrzeugauslieferung auf den Anschlagpuffern auf. Man fragt sich; " Ist das TÜV-zulässig?" Bei jedem Schlagloch gibt es einen ordentlichen Rumps und man fürchtet um den Erhalt der tollen Inneneinrichtung. Der Fahrkomfort ist hier schon beeinträchtigt, von der Sicherheit mal abgesehen. Also, geich zu Beginn 2018 Nachrüstung mit Luftfederung vorgenommen. Situation hat sich danach wesentlich verbessert, wobei die Verstärkung der vorderen Stoßdämpfer noch eine zweite Option darstellen wird. Auch das Fahrverhalten bei kurvenreichen Strecken vermittelte danach mehr Fahrsicherheit. Jedenfalls eine empfehlenswerte und sinnvolle Nachrüstung. Grundsätzlich ist man mit dem Vario 545 auf Fiat-Basis (oder anderem Typ) entspannt unterwegs. Fahrübersicht, Fahrverhalten, Lenkradius sind gut, die Beschleunigung ausreichend - an langen Steigungen wären 30 PS mehr von Vorteil. Auch von wirtschaftlicher Seite akzeptabel. Jüngste Verauchswerte (Spanien und zurück 3800 km) lagen bei 9,6 ltr mit ca. 50% Autobahnanteil Durchschnittstempo 110km/h und 50% Landstraße/Orte. Gewicht stets am Limit ca. 3400 kg und darüber.
Zur Ausstattung:
Markise, Dieselheizung, 200 Watt Solar, 2x Rückfahrkamera, 16" Bereifung, Radio Navi, TV (in Planung div. Sicherheitseinrichtungen)
Da wir bereits im Vorgängerfahrzeug eine Dieselheizung hatten gab es keine Alternative. Auch die 200 Watt Solaranlage ist zeckmäßig, will man 2-3 Tage irgendwwo autark stehen. Der Küchentisch mit Auszugsteil ist abartig schwer. Erste Maßnahme Auszugsteil entfernt, dieTischplatte wird als nächstes ersetzt. Das sogenannte Bad ist eher eine Kombination aus Waschbecken und Toilette. Es gleicht wohl einem akrobatischen Akt darin zu duschen. Das Waschbecken ist in der Tiefe zu klein bemessen, will man die Zähne putzen, muss man die Spiegeltür öffnen und den Kopf in den Schrank stecken. Und genau hier befinden wir uns in dem Bereich, wo man zu Gunsten der Fahrzeugmobilität auch seinen Tribut entrichten muss. Die Entleerung der Toilettencassette ist schlecht umgesetzt. Erst Klappe öffnen, dann Lattenrost anheben - schlecht wenn das Bett belastet ist. (Entsprechende Änderung wird an anderer Stelle dokumentiert) Eine vollständige Entleerung des Grauwassertanks gelingt selten. Der Tank wölbt sich zwischen den Hallterungen nach unten. Der Restinhalt liegt dann ca. 3 cm unter dem Niveau des seitlichen Ablasshahns. Ggf. kann eine neue Öffnung auf der Bodenseite des Tanks Abhilfe schaffen. (Tankdurchführung oder Schlauchtülle 90 Grad) Die Betätigung des Ablasshahns war zu schwergängig - wurde anderweitig gelöst.(Bilder werden nachgereicht) Das obere Etagenbett ist Ablage und Stauraum für Kleidung (ausgestattes mit Unterbettboxen) Das untere Bett gilt als Notaufnahmelager, falls durch zuviel Alkohol die Höhenluft nicht mehr ertragen - und die Toilette in Reichweite sein muss. Die Küche ist funktionell gestaltet - Stauraum für Lebensmittel und Geschirr zu genüge vorhanden. Der Kühlschrank hat auch in 3 Wochen Spanien einwandfrei gearbeitet. Auch ansonsten gibt es überall genügend Aufbewahrungsmöglichkeiten für allerlei Utensilien. Das Staufach unter dem Beifahrersitz wurde auch von hinten, mittels Scharnieren und Magnetverschluss zugänglich gemacht. (Bilder folgen)
Als Zwei-Personenfahrzeug ein fast perfekt umgesetztes Konzept - die 100% gibt es nicht, aber mit den hier im Forum kursierenden Ideen und Verbesserungsvorschläge kann man sich an die 99% herantasten. Würden wir uns heute neu entscheiden, wäre es wohl ein Vario 545
Klaus & Evi