Unsere Rechtsprechung hat den Begriff eines fabrikneuen Fahrzeuges ja klar geregelt:
Besonderheiten im Automobilhandel Neuwagen dürfen nur dann als „fabrikneu“ verkauft werden,
wenn das betreffende Modell zur Zeit des Kaufabschlusses weiterhin unverändert in Ausstattung und technischer Ausführung hergestellt wird, •
wenn es – abgesehen von der Überführung vom Hersteller zum Händler – nicht benutzt worden ist,
wenn es infolge längerer Standzeit keine Mängel (z. B. Roststellen) aufweist und
wenn zwischen Herstellung des Fahrzeugs und Abschluss des Kaufvertrages nicht mehr als 12 Monate liegen.
Das KFZ muss auch modellneu sein. Auslaufende Modelle sind besonders zu kennzeichnen; maßgeblicher Zeitpunkt hierfür ist die Produktionsumstellung.
Ein als Neuwagen verkaufter, unbenutzter Pkw ist auch dann noch als fabrikneu anzusehen, wenn er eine Tages- oder Kurzzulassung auf den Autohändler aufweist. Es handelt sich dabei um eine besondere Form des Neuwagengeschäftes. Der Kunde erwirbt auch in diesen Fällen ein fabrikneues Fahrzeug und nicht einen Gebrauchtwagen. Die kurzfristige Zulassung dient nicht der Nutzung des Fahrzeugs, sondern ermöglicht es dem Autohändler unter anderem, dem Käufer einen gegenüber dem Listenpreis erheblichen Preisnachlass zu gewähren.
Wenn das Fahrzeug ein 2023er Modell ist, ist das Fahrzeug nicht mehr "fabrikneu" oder auch nicht mehr ein "Neufahrzeug" - aber das war ja am Ende hier auch nicht die Frage, sondern es ging darum was an "Standschäden" bei dem 2023er Modell zu erwarten ist und welche Folgekosten dadurch entstehen können. Wenn das Fahrzeug 3000 € unter dem normalen Preis eines echten Neufahrzeugs liegt und ich mit Folgekosten von 1500€ rechnen muss, sollte man beim Preis besser verhandeln um die Folgekosten abdecken zu können.
Rein theoretisch kannst du ja Recht haben. Mich würden allerdings die Quellen deiner angeführten Rechtssprechung und ob für PKW und Wohnmobil die gleichen Faktoren gelten interessieren.
Allein bei den 12 Monaten sehe ich das bei einem Wohnmobil skeptisch. Dann wären eine Vielzahl von Kunden in den letzten Jahren betrogen worden. Es gab nicht wenige Kunden, welche erst nach 12 Monaten (und z.T. viel später) ihren
"Neuwagen" erhalten haben.