Ich kann berichten...
Ich wollte noch kurz über die Montage und das Endergebnis berichten, bevor ich das vergessen:
Wie schon berichtet, kommt eine Rhino Batwing 270° Markise ans Auto. Da aber die Hersteller grundsätzlich davon ausgehen, dass 270° Markisen auf Dachträgern montiert werden, musste wegen des Aufstelldaches eine andere Lösung gefunden werden. Diese habe ich in den Thule 3200 Adaptern gefunden. Thule ist zwar immer sehr teuer, aber ich hatte noch nie ein Scheißprodukt von denen in der Hand. Die wissen schon ein bisschen, was sie da produzieren. Und auch dieses mal war ich positiv überrascht, wie gut der Adapter verarbeitet war und wie gut und ausführlich die Anleitung ist. Auf der letzten Seite sind sogar Fahrzeugspezifische Schablonen abgedruckt, damit man die Einbauposition nochmal überprüfen kann.
Aber der Reihe nach. Zunächst mussten die Adapter auf das Dach. Diese werden geschraubt und geklebt. Einpressnieten werden mitgeliefert, Sika 521 und Aktivator (205) muss gekauft werden. (Wobei ich das dumpfe Gefühl nicht loswerde mit dem Aktivator von Sika nur sehr, sehr teures Isopropanol gekauft zu haben. Also das Sicherheitsdatenblatt sagt, dass 97,5% Isoprop enthalten sind und bis zu 2,5% Titantetrabutanolat. Das soll laut Wiki ein Vernetzungsmittel sein. Evt. gibt es ja ein Chemiker hier, der mir das erklären mag...)
Nach langem ausmessen, überprüfen, nochmal messen, sich immer noch unsicher sein, wurde gebohrt. Es ist zwar nicht das erste Loch, was ich in Autos gebohrt habe, aber es fühlt sich jedesmal wieder falsch an. Die Bohrlöcher mit Lack wieder versiegeln, die Einpressnieten rein, die ich zusätzlich mit Sika eingeschmatzt habe, Fläche anschleifen, entfetten, Aktivator drauf, ablüften lassen, satt Sika auf die Adapter, anschrauben - fertig.
Ich empfehle über die Anleitung hinaus das penible Abkleben mit (gutem) Kreppband. Das Sika wird rausdrücken.
Der Adapter ist für eine Omnistor gedacht, also musste ein (Zusatz-)Adapter her. Der Originale Grundadapter wurde weiterverwendet und ihm aus Flachstahl eine Unterstützung gebaut. In Wahrheit sind das zwei 30x4mm Flachstahl, die ich aufeinander geschweißt habe. Dann noch zwei Löcher rein und ein bisschen Lack drauf, damit das Gelumb nicht sofort das rosten anfängt.
Dazu mussten noch ein paar Nutensteine gefertigt werden. Auch diese sind aus Flachstahl und eigentlich nur eine reine Fleissarbeit. Ablängen, Fase anfeilen, Loch rein, Gewinde schneiden, lackieren. Dann sich über seine eigene Genauigkeit ärgern, da sie mit Lack nicht mehr in die Nut passen. Dieser warme Gefühl, was man dabei verspürt ist mit keinem Geld der Welt zu bezahlen.
Einen kleinen Tobsuchtsanfall und zwei Bier später dann 1mm abgefeilt und neu lackiert.
Die Montage ist dann ziemlich selbst erklärend. Adapter an Markise und alles auf den Grundträgern festschrauben. Beim ersten schließen des Daches dann feststellen, dass zwischen Dichtung des Aufstelldaches und Markise sehr wenig Platz ist. Die Sechskantschraube kurzerhand durch eine Flackkopfschraube ersetzt (spart knappe 3-4mm) und nun passt es perfekt.
Anbei noch ein paar Fotos, damit man meinen langen Ausführungen (sorry dafür) auch bildlich folgen kann.
Einen Dank an dieser Stelle an meine Freundin, die Geduldig mit mir das alles durchgezogen hat und an Bauhaus für deren unglaubliches Sortiment an Edelstahlschrauben.