Hallo zusammen!
Das Thema Kastenwagen für 4 Personen ist natürlich ein sehr strittiges Thema, und als wir noch zu viert mit dem Kasten unterwegs waren, bekamen wir oft zu hören, dass man doch besser einen Alkoven nehmen sollte. Für uns war der Kastenwagen jedoch ursprünglich so gedacht, dass wir zu viert in den langen Urlauben mit dem Kastenwagen einen Wohnwagen ziehen, und nur für kurze Touren zu viert im Kasten unterwegs sind. Daher lieber einen Kastenwagen, denn mit einem dicken Wohnmobil den Wohnwagen zu ziehen war uns zu sperrig.
Da unsere Kinder nicht mehr ganz klein waren, hatten wir entsprechende Ansprüche an die Größe der Betten. Wir wollten für sowohl für Eltern und Kinder eine Bettenbreite von 160 cm. Und von positiven Erfahrungen mit dem Wohnwagen empfanden wir es auch als sehr angenehm, wenn die Kinder und die Eltern je eine eigene Sitzgruppe haben, so dass die Kinder auch bei schlechtem Wetter ihren eigenen Bereich haben, wo sie ihr Zeug aufgebaut haben, auch wenn die Eltern gerade den Tisch für das Essen decken usw... Da es so eine Lösung nicht fertig gab, haben wir uns das gekauft, was dem am nächsten kam und selbst umgebaut:
Uwe's Brummhilde Pössl
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Wenn man weniger Ansprüche stellt, gibt es diverse fertige Lösungen: Am einfachsten ist ein Hubdach mit Schlafplätzen für zwei und unten im Kasten weitere zwei Schlafplätze. Dann gibt es Schnitte mit Stock-Doppelbetten im Heck von Roadcar und Clever, und auch anderen Marken, die nicht zur Pössl-Gruppe gehören. Von Pössl gibt es in der H-Line den Vario 545 mit einem Doppelbett im Hochdach und Stockbetten im Heck (allerdings ist das obere Stockbett sehr kurz und nur für kleine Kinder geeignet, aber die bleiben nicht immer klein) oder den 2Win Vario mit Doppelbett im Hochdach und im Heck.
Bei der ganzen Geschichte muss man aber eines bedenken: Das ganze wird bei 4 Personen immer eine knappe Kiste mit dem Gewicht werden, wenn man unter der 3,5 t Grenze bleiben will (oder wegen Führerschein bleiben muss).
Wenn man eine 'Geräumige Lösung' (wie den 2Win Vario, einen Roadcruiser Revolution oder einen 6m oder 6,36m Kasten mit Aufstelldach) nimmt, hat man ohnehin schon ein Grundfahrzeug, dass die 3 t 'Masse im Fahrbereiten Zustand' reißt. Wenn man dann noch diverse Extras (Wechselrichter, Solar, Markise) möchte, die das Leben angenehm machen, hat man ruck-zuck weitere Kilos auf der Waage, dann möchte man nicht mit leerem Wassertank unterwegs sein (wegen Autark) und Lebensmittel, Getränke und Klamotten, Camping-Tisch, Stühle und Grill, und dann noch das Gewicht der Passagiere (die ja im Laufe der Jahre wachsen und somit Gewicht zu legen) dann hat man die Auflastung auf über 3,5 t dringend nötig.
Wenn man eine kleinere Lösung nimmt (mit Stock-Doppelbetten im Heck) kommt man eventuell um die Auflastung drum rum, aber der Platz für Klamotten, Lebensmittel und Getränke für 4 wird eng, oder man kann dann keine Campingmöbel und Grill usw mehr einpacken. Hier empfehle ich auch, beim Kauf des Fahrzeugs schon auf das Gewicht und Stauraum zu achten.
Dann das Thema Toilette. Wir sind inzwischen nur noch zu zweit unterwegs (die Kids wohnen zwar noch zu hause, aber fahren nicht mehr mit den Eltern in Urlaub). Wir gehen nur auf den Thetford, da ist mit zwei Personen eine tägliche Leerung angesagt. Zu viert wird man öfter als einmal täglich leeren müssen. Alternative hier wäre eine Trocken-Trenntoilette, aber die gibt es (nach meinem Wissen) noch nicht ab Werk, da muss man nachträglich ran, Berichte über Selbstumbau gibt es aber reichlich hier im Forum zu fast jedem Fahrzeug-Typ. Teilweise auch Lösungen zum Umrüsten vorhandener Chemietoiletten (aber noch nicht für alle Typen), aber die haben dann i.A kein Rührwerk. Wie wichtig das wäre, kann ich mangels eigener Erfahrungen nichts zu sagen, da könnten andere Forenuser dazu was sagen.
Zum Thema Heizung kann man festhalten, dass man eine Dieselheizung nehmen kann (haben wir auch) aber die Dieselheizung hat auch Schattenseiten: Sie mag keinen Dauerbetrieb mit kleiner Leistung, manchmal möchte sie richtig Power machen, um sich frei zu brennen. Außerdem benötigt sie mehr Strom aus der Batterie als die Gasheizung, da sie einerseits das Diesel pumpen muss, andererseits auch nicht einfach mit einem Funke sondern eine Glühkerze zünden muss. Kommt man aber trotzdem mit klar, viele nutzen die Dieselheizung, aber ich wollte es dennoch erwähnen, dass man nicht hinterher überrascht ist.
Zum Thema Kühlschrank: Hier gibt es zwei verschiedene Konzepte: Absorber und Kompressor. Der Absorber hat den Vorteil, dass er mit Strom oder nur mit Gas betrieben werden kann, steht aber in dem Ruf, nicht ganz so gut zu kühlen, wobei modere Absorber auch an heißen Tagen eine gute Figur machen (haben wir in unserem Wohnwagen und auch bei 40°C keine Probleme). Wenn man mit nur mit 12V arbeiten will, ist der Kompressor besser, den er hat mit Strom den besseren Wirkungsgrad. Jedoch benötigt man für den Kompress ordentlich Solar, um den autark zu betreiben. Und zum Thema Gas schreibe ich unten noch was.
Zum Thema Solar möchte ich einen Bekannten aus dem Forum zitieren: 'Drauf packen was geht!'. Wir hatten bis vor kurzem 200 Wp Solar auf dem Dach unseres Kastenwagens und wir haben einen Kompressor-Kühlschrank im Kastenwagen, da hat der Kühlschrank mehr Strom gezogen, als das Solar im Schnitt gebracht hat. das hieß, wir konnten nicht mehrere Tage an einer Stelle stehen, sondern mussten fahren, um mit der Lichtmaschine wieder die Bordbatterien zu füllen. Jetzt haben wir auf 300 Wp Solar nachgerüstet, jetzt schafft das Solar, den Verbrauch des Kühlschrank auszugleichen. Natürlich hängt das vom Wetter ab, aber bei schlechtem Wetter, wenn das Solar weniger Ertrag bringt, verbraucht der Kühlschrank auch weniger und somit gleicht sich das schon etwa aus...
Zum Thema Batterie ist anzumerken, dass die bessere Technik definitiv LiFePo ist. Man spart nicht nur Gewicht, es ist auch so, dass man bei einer LiFePo Batterie 80% der Nennladung entnehmen kann, ohne ihr zu schaden, bei der konventionellen AGM (Blei) Batterie kann man nur 50% entnehmen, ohne ihr zu schaden. Also hat man mit einer 120 Ah LiFePo Batterie etwa die gleiche Energie wie mit zwei 95Ah AGM Batterien. (Genaueres können sicher andere User sagen, wir haben noch keine.) Außerdem halten LiFePo bei ordnungsgemäßer Nutzung länger als AGM. Dafür sind sie in der Anschaffung teurer und benötigen die aufwändigere Ladetechnik. Dennoch ist ganz klar zu LiFePo zu raten. Wenn unsere AGMs durch sind, werde ich sie auch durch LFePo ersetzen.
Und nun noch was zur Gas-Thematik: Hauptverbraucher von Gas ist die Heizung. Wenn man nicht mit Gas heizt, ist das Gas definitiv nichts, was einen am Autark sein hindert. Wir haben eine Dieselheizung und im Gaskasten zwei 5kg Flaschen Gas. An der einen Flasche ist die Kochstelle des Fahrzeugs angeschlossen, die ich regelmäßig zum Kaffeewasser kochen verwende (und ich trinke viel Kafffee) und auch ab und zu mal, um Nudeln oder ein Süppchen zu kochen. Die andere wird immer raus genommen, um den Gasgrill zu betreiben. Beide Flaschen sind nach fast zwei Jahren, die wir das Fahrzeug haben noch mit je einem Kilo Gas gefüllt.
Das Gas durch Batteriestrom zu ersetzen halte ich für eine sehr fragwürdige Strategie. Die Energie, die man mit einem Elektro-Herd oder Elektro-Grill verbraucht, muss man erst mal in der Batterie haben: Wenn ich für 4 Personen grille, benötige ich 3kW Heizleistung im Grill. Wenn ich den Grill knapp 30 Minuten laufen lasse, habe ich also 1,5 kWh verbraucht, und damit eine 120 Ah LiFePo oder zwei 95 Ah AGM Batterien leer gezogen. Aus der Gasflasche habe ich gerade mal 100 g Gas gezogen.
Und auch der Umwelt-Aspekt ist zu berücksichtigen. Viel von dem Strom in der Batterie kommt ja nicht nur Solar rein, sondern durch die Lichtmaschine während der Fahrt. Diese wird durch den Motor mit Diesel betrieben, aber nur mit einer Effizienz von ca 40%. Den Strom durch die (viel sauberere) Verbrennung von Gas zu ersetzen ist Umwelt-technisch deutlich die bessere Lösung.
Bleibt noch der Aspekt, dass viel Camping-Neulinge vor Gas Scheu haben. Das mag zwar sein, aber wenn man sich an die geltenden Sicherheits-Richtlinien hält, ist Gas eigentlich nichts, wovor man sich scheuen muss.
Daher möchte ich festhalten, dass man zwar die Heizung mit Diesel statt mit Gas betreiben kann, wenn man autark sein möchte, aber das Gas zum Kochen und Grillen durch Batteriestrom zu ersetzen macht nur dann Sinn, wenn man fast nie kocht oder grillt.