Also nach demnächst 14 Monaten bin ich bestimmt kein Profi, habe aber doch zumindest etwas Einblick ins Thema bekommen.
Mit 52 bin ich nun auch kein junger Hüpfer mehr und war von zuhause einiges an Bequemlichkeit gewohnt. Smart Home, großes Sofa, genug Platz, Flatscreen, gute Küche, usw.
Bisher vermisse ich nichts davon und finde, das Leben im Kasten hat alles, was ich (im Moment!) brauche. Wir haben keine Kaffeemaschine, keinen Fernseher, keinen Airfryer, keinen Thermomix, keinen unnötigen Firlefanz dabei und genießen das maximal.
Wir sind wie Zoe auch diesen Winter nach Spanien gefahren und haben das extrem schlechte Wetter hautnah miterlebt. Das war das erste Mal, wo wir ein bisschen an unsere Grenzen kamen: Wenn es wochenlang fast andauernd regnet und stürmt und man sich hauptsächlich im Kasten aufhalten muss... Ansonsten kommen wir super klar mit dem beschränkten Platz auf 6m, sogar inklusive Hund (27kg). Natürlich sollte die Beziehung gut und stabil sein, aber ansonsten startet man so eine Auszeit auch nicht. Meine Frau und ich haben das Gefühl, es hat uns eher noch näher zusammengebracht (nicht nur räumlich
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Ansonsten wolle wir es auch dieses Jahr ähnlich machen wie im vergangenen: Im Winter in den Süden, im Sommer in den Norden. Was ich auf absolut gar keinen Fall nochmals brauche, sind die Campermassen hier im Süden Spaniens. Dieses Jahr ist es noch schlimmer als im vergangenen, weil sich gefühlt „alle“ auf der Flucht vor dem besch*** Wetter in der gleichen Ecke aufhalten. Inzwischen lockert es sich zwar wieder etwas, weil das Wetter seit ca. 1 Woche endlich wieder gut ist, aber dennoch stehen sie hier zu hunderten an Stränden und auf Parkplätzen oder auf dicht gepackten Campingplätzen. Definitiv nicht unseres. Und es sind eben doch, trotz aller anderslautenden Beteuerungen, viele Camper sehr parasitär unterwegs und benehmen sich völlig daneben. Aber das ist ein anderes Thema…
Mit den sozialen Kontakten hatten wir noch nirgends Probleme. Egal ob Baltikum, Skandinavien oder im Süden Europas. Wenn man will, kommt man überall mit Menschen ins Gespräch. Wir haben uns für jedes Land zumindest „Guten Tag“, „Bitte“ und „Danke“ in der jeweiligen Landessprache eingeprägt - das öffnet schon viele Türen. Und mit Englsich und oder Französisch kommt man dann auch nahezu überall zurecht.
Egal ob Arztbesuch, Tierarzt, Zahnarzt, Werkstatt, Notaufnahme Augenklinik, Friseur - egal in welchem Land wir waren, überall hat es problemlos geklappt und überall war es einfacher, unkomplizierter und schneller als in Deutschland. Also auch davor muss man keine Angst haben.
Allerdings kann es auch mal anders gehen: Ich wurde vor ca. 3 Wochen auf einem Parkplatz hier in Spanien mit rund 30 Mitcampern zusammengeschlagen, getreten und ausgeraubt. Das will man nun wirklich kein zweites Mal erleben, kann aber auch überall sonst passieren. Traurig nur, das dann keiner Zivilcourage zeigt und hilft oder zumindest die Polizei ruft. Nein, einer der Camper lief sogar mit seinem kleinen weißen Cäsar-Hund vorbei und hat „interessiert“ zugeschaut. Zivilcourage am Ars***!
Tatsächlich hat uns nach der für uns langen Zeit ohne Arbeit auch der Rappel gepackt. Deswegen stehen wir inzwischen solange wie noch nie auf ein und demselben Platz: Seit drei Wochen helfen wir hier in Spanien schon freiwillig und ehrenamtlich auf einem Gnadenhof mit. Viele Tiere, vom Esel, über Emus, Erdmännchen, Ziegen und Alpakas bis hin zu Hunden, Aras und Landschildkröten. Alle wollen gefüttert und gemistet werden, zum Reparieren und Bauen gibt es täglich mehr als genug. Einfache aber kernig körperliche Arbeit, so dass man abends um 10 müde ins Bett fällt - und dazu das Gefühl was sinnstiftendes zu tun.
Dafür dürfen wir kostenfrei direkt auf dem Hof zwischen den Tieren stehen, inklusive Wasser, Dusche und nutzen der Küche und Waschmaschine. Mehr brauchen wir auch nicht.
Wir genießen also unsere Auszeit im 6m Kasten, werden definitiv noch länger unterwegs sein und freuen uns auf weitere schöne Momente, Abenteuer und Begegnungen. Aber ja, das ist sicherlich nicht für jeden das Richtige.