Seit kurzem habe ich auch 18“-Räder. Es sind Borbet CW 5 mit Conti 255/55-18.
Auch mir war bislang nicht klar, warum ein solches Rad nicht in die Reserveradhalterung passen sollte. Der Durchmesser ist minimal kleiner, und die Reserveradmulde ist nach unten offen, so dass die größere Reifenbreite auch nicht stören sollte. Der Grund, warum es nicht „mal so“ klappt, liegt in der Geometrie der 18“-Felgen im Flanschbereich, die sich von den 16“-OEM-Alufelgen unterscheidet.
Um das zu verstehen, sieht man sich am besten mal den Auszug aus der BA bzgl. Ersatzradbefestigung an:
Konkret geht es um die Stütze I, die Halterung J und den Gewindestift, auf den der Griff H geschraubt wird. Der Gewindestift ist als Flachkopfschraube von unten durch das Blech der Halterung I gesteckt und verschweißt (oder verpresst?). In meinem Foto mit „Knubbel“ bezeichnet. Dieser Knubbel ragt auf der Unterseite um ca.6 mm hervor.
Hier von unten betrachtet mit Hinweis auf die Trapezform der Halterung I dicht an einer der Muttern in der Stütze J.
Der Knubbel findet beim OEM-Alurad in einer der Aussparungen zwischen den Radschraubenbohrungen Platz. Fehlt diese Aussparung bei den Non-OEM-Rädern, ist sie zu klein, nicht tief genug oder befindet sie sich auf dem falschen Radius, muss eine andere Lösung her.
Bei meinen Borbet-Felgen habe ich mittels Unterlegscheiben für einen ausreichenden Abstand zwischen Felgenflansch und Stütze J gesorgt, so dass der Knubbel nicht anstößt. Da diese Stelle im zusammengebauten Zustand nicht einsehbar ist, habe ich das Spiel mit einem dünnen Pappstreifen überprüft. Ich habe eine Distanz von ca. 5,5 mm benötigt, die sich mit einem Stapel aus einer normalen M12-Unterlegscheibe von 2,5 mm und einer übergroßen von 3 mm Dicke ergibt. Die übergroße Scheibe verwende ich felgenseitig, auch um dort den Flansch zu schonen. Bei der nah an dem Gewindestift liegenden Bohrung wurde die große U-Scheibe seitlich abgeschrägt, um Platz für den trapezförmigen Ausleger der Stütze J zu lassen.
Montiert und hochgekurbelt sieht es dann so aus:
Das Rad mit ET 53 hängt nun rein rechnerisch um ca. 36 mm weiter runter (die um 30 mm größere Reifenbreite plus die U-Scheiben). Die U-Scheiben bewirken, dass die Halterung I von der Winde weniger in die Feder gezogen wird. Die Endlage der Winde wird über die Kerbe im Sichtfenster angezeigt. Mein Rad liegt am Wagenboden gerade so an, aber nicht wirklich fest. Falls ich im Fall einer Panne tatsächlich mal eines der 18“-Räder in der Ersatzradmulde transportieren müsste, würde ich auf die Reifenschulter oben zwei alte Handtücher oder Ähnliches legen, um die Pressung zu erhöhen. Wer dauerhaft ein 18“-Ersatzrad mitführen möchte, könnte sich vielleicht etwas Passendes aus Moosgummi zurechtschneiden.
Um die Montage zu erleichtern, werde ich die Unterlegscheiben wohl noch auf der Stütze festkleben.
Und noch was:
Ich hätte auch mein OEM-Alurad nicht befestigen können, weil die Bohrung für die Gewindestange in der Stütze J nicht auf dem richtigen Radius saß. BeschIeifen Richtung Zentrum machte daraus ein Langloch, und nun passt es. Es lohnt sich also dies zu prüfen, auch wenn es gar nicht um 18-Zöller geht.