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Um mal wieder auf das eigentliche Thema zurückzukommen:
Erfolgreicher Umbau "TFL inkl. Rückleuchten“
Mich beschäftigte vor längerer Zeit auch die Frage, warum TFL und Rückleuchten nicht zusammen leuchten dürfen bzw. sollen. Mit gesundem Menschenverstand war es für mich nicht erklärbar. Ist man dann hinten zu stark sichtbar? Wird der Hintermann geblendet? Ok, es gibt einen gewissen Mehrverbrauch an Kraftstoff, aber kann man das schon in ganzzahligen Prozentzahlen ausdrücken?
Für meinen Citroen Jumper Bj Ende 2018 / Anfang 2019
habe ich lange, aber erfolglos im Netz recherchiert, wie, und ob sich die sog. „Schwedenschaltung“, „Skandinavienschaltung“ oder wie auch immer das heißt, beim Sevel realisieren lässt. Auch die Suche mit entsprechender Gerätschaft an der OBD-Buchse war nicht von Erfolg gekrönt.
Also war die Überlegung, da muss es doch bestimmt Kabel geben, die von hinter dem Armaturenbrett nach hinten verlaufen. Es gilt sie nur zu finden, dann anders bzw. zusätzlich zu verdrahten und hoffen das keine Fehlermeldungen kommen.
Wichtiger Hinweis:
Es ist jetzt vorweg zu erwähnen, dass ich weder gelernter Elektriker oder Elektro-Ing. bin, noch dass der folgende Text als rechtsverbindliche Anleitung herangezogen werden kann. Außerdem könnte dieser Text auch Fehler enthalten, für deren Folgen daraus ich jegliche Haftung ausschließe.
Der eigentliche Umbau sah wie folgt aus:
Als erstes war es quasi die Suche nach der Nadel im Heuhaufen bzw. dem oder den richtigen Kabeln im Kabelbaum unter der Verkleidung zwischen Armaturenbrett und Trittstufe an der Fahrertür:
Abblendlicht einschalten, Multimeter mit der Masseleitung an der 12V-Buchse in der Mittelkonsole anklemmen und die Plus-Leitung an einer ganz dünnen und ganz spitzen Stecknadel anklemmen. Warum Stecknadel? Mit der Stecknadel konnte vorsichtig durch die Kabelisolierung gepiekst werden um zu prüfen ob am jeweiligen Kabel Spannung anliegt bei „Licht an“. Wenn ja, dann das Licht ausschalten und wenn die Spannung wieder abfällt, kommt das Kabel in die nähere Auswahl. Dieses Spielchen musste ich bei dem dicken Kabelbaum bestimmt so 20x oder mehr wiederholen und am Ende hatte ich zwei Kabel zur Auswahl: weiß mit blauem Strich und gelb mit grauem Stich (im Jumper 2018 / 2019 !). Warum zwei Kabel? Jeweils linke und rechte Rückleuchte separat, … ??
Dann hieß es mutig sein, sich für eines der auserwählten Kabel entscheiden und es durchschneiden. Abblendlicht einschalten, nach hinten gehen: verdammt, beide Rückleuchten sind noch an. Ok, später wieder flicken. Vorne stand dann „Kennzeichenleuchte überprüfen“, hinten nachgeschaut: ja, stimmt.
Ob ich jetzt ein oder zwei Kabel flicken muss, war mir dann auch egal, obwohl der Bus zu dem Zeitpunkt erst ein halbes Jahr alt war. Also, das andere Kabel, schnipp schnapp, und siehe da, die Rückleuchten waren aus.
Ok, Kabel gefunden, aber wie geht es jetzt weiter?
Erste Versuch bzw. Überlegung
war es, über ein Relais, welches von Zündungs-Plus (Klemme 15) angesteuert wird, Dauer-Plus (Klemme 30) an die Rückleuchten zu leiten.
Das Ergebnis war, dass die Rückleuchten mit TFL zusammen funktionieren. Aber bei eingeschalteten Scheinwerfern mit gedimmtem TFL und den nach wie vor eingeschalteten bzw. in Dauerbetrieb befindlichen Rückleuchten kommt die Fehlermeldung „Rückleuchten überprüfen“. Wäre ja auch zu einfach gewesen…
Nächster Versuch:
Zusätzlich die alte Verbindung der Rückleuchten wieder herstellen. Ergebnis wie oben, inkl. gleicher Fehlermeldung.
Jetzt kam mir kurz der Gedanke, den gesamten Plan wieder ad acta zu legen. Es scheint wohl doch nicht so einfach zu sein mit meinem angeeigneten elektrischen Halbwissen …
Aber so wirklich Aufgeben war noch nicht die letzte Option, denn ich hatte ja noch das zerschnittene Kabel der Kennzeichenbeleuchtung.
Letzter Versuch:
Die Kennzeichenbeleuchtung, die ja mit den Scheinwerfern eingeschaltet wird, könnte doch ein weiteres Relais (Wechsler) ansteuern, welches im angezogenen Zustand die neue Verbindung von Klemme 30 zum Kabelbaum, wieder unterbricht…
Endlich, es funktioniert, und das sogar seit mittlerweile über 2 Jahren ohne Fehlermeldungen:
Tagversion:
TFL mit Rückleuchten, allerdings ohne Kennzeichenbeleuchtung, egal, ob die Funzeln am Tag leuchten oder nicht, fällt eh nicht auf.
Nachtversion:
als wäre niemals etwas verändert worden
Im nachfolgenden Anhang noch der handschriftliche, evtl. etwas laienhafte Schaltplan.
Thema TÜV, Werkstattbesuche etc.
Damit dort keine unnötigen Fragen aufkommen, ziehe ich einfach vorher die 3A-Sicherung vor dem ersten Relais (Klemme 15) und es ist rein äußerlich alles im Werkszustand.
Einbauort:
Die Relais habe ich in eine kleine Elektroverteilerdose gesteckt und diese liegt über der linken Federbeinaufnahme unter dem Armaturenbrett. Die Sicherungen sind als fliegende Sicherungen so positioniert, dass man sie über den Zugriff zum Sicherungskasten unten links im Armaturenbrett gut erreichen kann.
Info am Rande:
bei meinen Eltern im Wohnmobil auf Ducato-Basis (Ducato Bj. Mitte 2018, Multijet 150) funktioniert es auf die gleiche Weise.
Kabelfarben ( ohne Gewähr !! ):
Citroen Jumper 2018 / 2019 BlueHDI 2,0 131 PS
- weiß mit blauem Strich: Kennzeichenbeleuchtung
- gelb mit grauem Strich: Rückleuchten
Ducato Bj. Mitte 2018, Multijet 150
da habe ich leider nichts aufgeschrieben ☹
Zu den Sicherungen:
- 3A-Sicherung vor dem ersten Relais:
eine noch kleinere hatte ich nicht…
- 7,5A-Sicherung an Klemme 30:
Da über die Versorgung der Rückleuchten auch der Anhänger versorgt wird,
und dieser keine LED-Beleuchtung hat, komme ich mit allen Glühbirnen in Summe auf ca. 70W.
Die 7,5A-Sicherung ist somit die nächst höhere Sicherungsgröße.
Evtl. defekte Relais oder ausgelöste Sicherungen bei Nachtfahrt:
Ausfall des ersten Relais oder eine der beiden Sicherungen:
Fällt frühestens bei der nächsten Tagfahrt auf, da der Werkszustand ist wieder hergestellt ist und tagsüber bei ausgeschaltetem Licht hinten nichts mehr leuchtet.
Ausfall des zweiten Relais:
Beleuchtung bleibt an, aber es kommt die Fehlermeldung und diese verschwindet wieder, wenn bei nächster Gelegenheit eine der beiden Sicherungen gezogen wird.
Also alles unkritisch.
Und jetzt noch ein Hinweis an alle Oberlehrer, Universalgenies und Rechtsberatungsstellen mit Schwerpunkt „Sachmängelhaftung“: Auf Diskussionen in Richtung „Mach doch einfach das normale Licht an.“ „Warum an einem Fahrzeug das jünger als 1 Jahr ist?“, „Betriebserlaubnis?“ „Das darf man aber überhaut nicht!“ oder ähnlich, werde ich mich erst gar nicht einlassen.
Der einzige, "ganz große" Nachteil der Aktion ist, dass ich jetzt tagsüber permanent einen wahnsinnigen Mehrverbrauch an Strom durch ein Relais und zwei 5W-Glühbirnen verkraften muss.
Gruß
Dirk
seit 2019: . Clever Tour 540, Bj 2019, Citroen Jumper 35L, 2.0 BlueHDI 130
2010-2019: TEC K-TEC-549 (baugleich Pössl Roadcamp), Bj 2009, Fiat Ducato 120
2004-2010: Fiat Ducato 230 1.9D, Bj 1997, L1H2 Selbstausbau
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