Es sind jetzt 3 Monate her, seitdem wir unseren Celebration vom Händler abgeholt haben.
Das von uns im Oktober 2016 bestellte Fahrzeug wurde widererwarten und allen Diskussionen hier im Forum zum Trotz sogar 10 Tage eher als versprochen an uns ausgeliefert. Alles war so wie von uns gewünscht bzw. bestellt. Leichte Mängel wurden teilweise durch den Händler, teilweise durch Eigenarbeit abgestellt. Dies waren im Wesentlichen eine klappernde Badtür und eine klemmende Türöffner-Mechanik der Hecktür. Die Optimierung des CBE-Ladegerätes auf AGM-Version steht noch an in den nächsten Tagen.
Bisher gefahrene Kilometer : 10.000 km, Ø-Verbrauch insg. 8,7 l /100km, AdBlue 1x einen 10l-Kanister nachgefüllt bei km-Stand 4000km.
Nutzung : werktags 2x ca. 50 km Fahrstrecke, insg. 2 Std. täglich, am Wochenende gewöhnlich keine wesentlichen Fahrten.
4 Kurz- und Wochenendurlaube, 1 große Urlaubstour über 3 Wochen.
Übernachtungen im Auto 28 mal.
Pannen, Liegenbleiber, Fehlermeldungen irgendwelcher Art : 0
Insgesamt sind wir mit dem Celebration sehr, sehr zufrieden und es macht Freude, mit dem Auto zu fahren und auch in ihm zu wohnen. Die 163 PS genügen völlig, um jederzeit das Gefühl zu haben, über genug Leistung zu verfügen. Keine Steigung, auch in den Alpen, war bisher so extrem, dass er nicht noch „aufnimmt“ und schneller wird, wenn man mag. An den Kasseler Bergen hat er bewiesen, dass auch ein Sprinter 316 nicht vorbei kommt, wenn der Celi das nicht mag.
Wird die Leistung abgerufen, geht allerdings auch der Verbrauch angemessen in die Höhe.
Zügige BAB-Fahrt (130-140 km/h) erhöhen den Verbrauch dann auch mal in Richtung 10 l/100 km und darüber.
Die Bremsen im Light-Fahrwerk genügen unseren Ansprüchen und haben auch bei 15% Gefällstrecke am Katschberg-Pass nicht versagt. Allerdings ist bei voll beladenem „Urlaubsauto“ nach Alt-Väter-Sitte eine bremsenschonende Fahrweise empfehlenswert, denn die Bremsen werden bei solchen Gefällen schon thermisch belastet. Ein Nachlassen der Bremswirkung konnte ich jedoch nicht feststellen. Das sollte wohl bei dem Heavy-Fahrwerk mit größeren Bremsscheiben besser sein.
Angenehm stellt sich die Schaltung dar. Zu Anfang etwas knochig, wird sie zunehmend weicher und PKW-Ähnlicher. Die recht kurze Übersetzung des 1.Ganges macht ein „eingekuppeltes“ Fahren bei z.B. Stop-Go im Stau mit geringster Schrittgeschwindigkeit gut möglich. Mit schleifender Kupplung zu fahren oder ständiges Ein- und Auskuppeln ist daher selten notwendig. Leider ist der Drehzahlsprung zwischen 3 und 4 etwas größer. Der Motor mag zu niedrige Drehzahlen nicht. Am Wohlsten scheint er sich bei 2000 min-1 zu fühlen. Spätestens nach 1000 km geht’s ab auf die Autobahn, um dem Partikelfilter zu helfen, sauber zu werden. Motor an-aus-an-aus gibt’s nicht. Das hilft aus meiner Sicht auch, Elektronik-oder Sensor-Probleme zu verhindern und dem Anlasser tut‘s auch gut. Beim morgentlichen Kaltstart gönne ich ihm auch mal 2-3 s Vorglühzeit. Das hilft spürbar. Ich bilde mir ein: Er mag das.
Zum Ausbau : die Möbel sind still, nichts knarzt oder quietscht. Das war nicht immer so. Die Bleche im Kühlschrank hatte ich leicht gebogen, die Badtür mittels Tesa-Krepp auf Spannung gebracht. Auch Sitze vorne konnte ich zum Schweigen bringen, nachdem ich (dank eines Tipps hier im Forum) die Kontaktpunkte mit Silikonspray belegt habe. Nun ist Ruhe im Auto. Ausnahme hier ist die TV-Befestigung. Es gibt wohl keine am Markt, die keine Geräusche macht, vor allem wenn‘s kalt ist. Aber ich arbeite daran. Apropo TV : Wir sind mit dem AL-Car EasySat Dom und EsaySAT 19"TV sehr zufrieden. Gleiches gilt auch für das Al-Car EsayNav 3.5 mit Rückfahrkamera. Möche ich nicht mehr missen. Der Empfang des Digitalradios ist mangelhaft, dass mag aber an der schlechten Antenne liegen. Wohl nicht am Radio.
Folgende diverse Erfahrungen haben wir noch gemacht mit dem Celebration :
1. die Tankanzeige wandert früh nach unten und verbreitet schneller Alarmstimmung,
als es notwendig wäre.
2. Ein Öffnen der Hintertüren von innen mit eingebautem Bett ist nicht möglich, da der Lattenrost das Erreichen des Griffs innen unmöglich macht. Einen Durchgriff wie bei Pössl gibt es leider nicht.
3. Man sollte beim Tanken nicht den Schlüssel im Tankdeckel lassen, wenn man diesen an die Klappe hängt. Wenn die Pistole nicht abschaltet (wie erlebt), gibt’s ne mächtige Sauerei am Schlüsselbund.
4. Der Tausch der Gasflaschen ist eine nervende Fummelarbeit und nur eine Frage der Zeit, bis man da keine Lust mehr zu hat. Aber das ist wohl markenunabhängig und dem Kastenwagenaufbau geschuldet.
5. Der Kühlschrank zeigt sich erstaunlich leistungsstark. -18° im Eisfach kein Thema, 3-4° im Kühlraum bei Stufe 3 bzw. 6° bei Stufe 1. Bei 25° Außentemperatur bzw. gefühlte 35° im Auto eine stramme Leistung. Er verbraucht immer im Ø ca. 24 Ah/24 Std. Betriebszeit.
Er schaltet sich ca. alle 4 Minuten für 1 Minute ein und schweigt ansonsten. Die Geräuschentwicklung ist deutlich zu hören und wirkt nicht störend. Gleiches gilt für die Heizung. Diese ist allerdings nur zu hören, wenn man nachts ganz still ist. Sie stört definitiv nicht und funktioniert ganz prima.
6. Die Armatur im Bad wurde übrigens ab Modelljahr 2017 optimiert, sodass kein Tropfen mehr den Auslauf entlang laufen kann. Am Strahlbildner gibt’s jetzt einen integrierten Tropfenfänger.
Wenn da nicht die Firma Clever oder div. Händler hier im Forum mitlesen ?
Im Übrigen sind alle Anschlüsse und Armaturen dicht.
Eine bisher einmalig aufgetretene Undichtigkeit unter der Spüle haben wir einmal gesehen und dann nie wieder.
Tipps für den Alltag :
1. Achtung beim Autowaschen : die Scheiben der Rahmenfenster sind sehr, sehr Kratzempfindlich.
2. Die Trittstufe immer stets sauber halten und regelmäßig abfegen. Ab und an mal mit Silikonspray seitlich einsprühen. Dann bleibt sie geschmeidig und leise.
Was stört oder nervt manchmal :
1. Die ständige Kollision zwischen dem in den Wohnraum gedrehten Fahrersitz und der gezogenen Handbremse.
2. Die viel zu hellen, hinteren sog. Leseleuchten, deren Verstellbereich eh sehr eingeschränkt ist.
3. Die fummelige und fehleranfällige Bedienung der Remis der Seitentüren.
4. Die filigrane Bedienung des Fliegenschutzes an der Schiebetür.
5. Die nicht nachvollziehbare und ungenaue Anzeige der Füllstände am Bedienteil.
Es bleibt final nach nunmehr 3 Monaten festzustellen : Das Warten hat sich gelohnt. Ein tolles Wohnmobil, welches jeden Tag Freude macht, sich angenehm fährt, in dem man sehr nett und komfortabel wohnen kann zu einem sehr, sehr günstigen Preis bei einer erstaunlich hohen Gesamtqualität im Vergleich zu wesentlich teureren Angeboten am Markt.