Das Problem ist gelöst!
Nachdem es laut Werkstatt keine Reparaturanweisung von Pössl gab, habe ich gemeinsam mit einem Freund den gebrochenen Gleiter (auf der in Fahrtrichtung linken Seite) selbst ausgetauscht.
Wir hatten uns nach reiflicher Überlegung für einen Weg ohne Ausbau des Bodenbrettes oder gar des gesamten Bettes entschieden. Dabei haben wir uns des Öfteren gefragt, ob von Seiten des Herstellers eine Reparatur des Gleiters überhaupt je in Betracht gezogen wurde, denn den Zugang hätte man bei einer anderen Verbauung wesentlich einfacher gestalten können. Noch dazu, wo der Gleiter an der Bruchstelle ein Plastikteil ist, welches aus meiner Sicht auch sehr einfach durch ein bruchsicheres Metallteil ersetzt werden könnte. Aber am sehr hohen Preis des Ersatzteils kann man vermutlich gut verdienen.
Hier unsere Vorgehensweise - es empfiehlt sich, es zu zweit anzugehen:
• Zunächst haben wir das Bett in die unterste Position gefahren und die Matratze entfernt.
• Beide Alu-Führungsschienen von der Holzwand abgeschraubt.
• Das Bett vorsichtig zu zweit hochgehoben und links und rechts darunter zwei Kisten gestellt, damit es ca. 30 cm höher stand, die vier Bett-Gurte dadurch entspannt waren und wir auch die untersten Schrauben der beiden Führungsschienen lösen konnten.
• Anschließend das Bett vorsichtig nach hinten ca. 20 cm aus dem Fahrzeug schieben, damit man an das Problem 'rankommt. Das Ganze sehr vorsichtig, damit sich dabei die rechte Führungsschiene, die noch am Bett hängt, nicht verkantet!
• Danach war erst einmal "Lagebesprechung", denn wie wir feststellen mussten, ist nicht nur das gebrochene und im Bettrahmen verbleibende Plastikteil vernietet, sondern das Aluminium-Teilstück des Bettrahmens, in welchem der Gleiter vernietet ist, ist mit Nieten an einem Blechteil im Rahmen vernietet! Wir entschieden uns dafür, dass wir dieses Alu-Teilstück ausbauen, um an den Gleiter heran zu kommen und ihn zu tauschen.
• Um die Nieten im Innern des Rahmens herausbohren zu können, musste aber erst die vorletzte Latte des Bettrostes entfernt werden. Noch besser wäre es gewesen, auch die letzte Latte zu entfernen. Diese ist aber am Ende ca.45° angephast und wäre uns möglicherweise gebrochen. Aber auch die Entnahme der vorletzten Latte war ein großer Kraftaufwand, denn die Latten sind aus irgendeinem Grund (?) in der Kunststofffassung fest getackert - da muss man erst mal draufkommen.
• Danach war der Weg (einigermaßen) frei, um die vier Nieten, die das ALU-Teilstück mit dem Blech im Innern verbinden, heraus zu bohren. Außerdem sind dann noch mehrere Kreuzschlitzschrauben von unten und der Seite zu lösen und zu guter Letzt muss man auch noch eine große Imbusschraube an der Seite des Rahmens lösen.
• Dann endlich geht dieses Alu-Teilstück aus dem Bettrahmen heraus und man kommt an das gebrochene Gleiter-Plastikteil heran (siehe Bild)!
• Der Gleiter ist mit zwei Nieten am Alu-Rahmen fixiert. Diese müssen noch herausgebohrt werden.Dann ist der Weg endlich frei!
• Eigentlich wollten wir anstelle der Nieten (für einen eventuellen künftigen Austausch) lieber Schrauben setzen. Da aber das Aluprofil an der Stelle, wo die Bohrungen im Gleiter sind, relativ ungünstig für Schrauben ist, haben wir uns entschieden, den Gleiter doch wieder mit zwei Nieten am Alu-Rahmen zu befestigen.
• Nun konnte der Rückbau beginnen.
• Auch die vier Nieten zur Befestigung des Alu-Rahmens waren ein großer Dorn im Auge. Hier haben wir einfach die Bohrungen im Stahlblech leicht erweitert (5er Bohrer) und dadurch nun mit vier Schrauben (anstelle vier Nieten) dieses Alu-Rahmen-Teilstück an dieser Stelle befestigt, was -im Falle dass der Gleiter wieder einmal kaputt gehen sollte- die Entnahme wesentlich vereinfacht.
• Der weitere Zusammenbau war relativ einfach.
Kreuzschlitz und Imbusschrauben wieder rein und der Bettrahmen ist wieder vollständig.
• Anschließend die entnommene Latte wieder in den Lattenrost. Danach das Bettgestell ins Fahrzeug schieben, die Kisten unter dem Bett entnehmen und das Bettgestell vorsichtig ablassen (auf Verkanten der rechten Führungsschiene achten!).
• Danach den "neuen" Gleiter am unteren Ende der Führungsschiene einführen und die beiden Führungsschienen wieder an der Wand anschrauben.
• Fertig!
Wir waren mit Überlegen und Probieren etwa drei Stunden beschäftigt. Falls es -was ich nicht hoffe- noch einmal vorkommt, werde ich mir den Gleiter selbst umbauen und anstelle dem Plastikteil einen Winkel aus dem Baumarkt "hinbiegen". Die Entnahme des Alu-Teilstücks dürfte dadurch, dass wir anstelle der dortigen Nieten nun vier Schrauben haben, wesentlich schneller und auch ohne Entnahme einer Latte aus dem Lattenrost von statten gehen.
Wie bereits erwähnt: Man könnte es (werksseitig) auch (wesentlich) einfacher und reparaturfreundlicher zusammenbauen…