Meine Güte, hier wird ja schon fast so getan, als ob ein Auto-/WoMo-Kauf ein Hochrisiko-Spiel wäre. Betrügereien oder „plötzliche“ Insolvenzen sind nach wie vor Einzelfälle - wenn auch sehr unglückliche.
Als ehemals Selbstständiger kann ich nur sagen, dieses typisch deutsche ständige Misstrauen gegenüber einem Unternehmer
war mit einer der Gründe, warum ich aufgehört habe. Das ist in meiner persönlichen (!) Ansicht schon teilweise beleidigend, wie in Deutschland vielen Unternehmer/innen grundsätzlich Unehrlichkeit, Betrug o.ä. unterstellt wird. Wird von vielen Selbstständigen in verschiedenen Verbänden/Vereinigungen (in meinem Umgeld) übrigens öfters so diskutiert.
Dabei sollte man viel öfter über „den Kunden“ diskutieren…!
Hallo Berta Sorglos
Ich kann dem was Du schreibst nicht zustimmen.
Klar sind Insolvenzen Einzelfälle. Ist mir egal, wenn ich betroffen bin.
Genauso wie Unfälle. Passiert, trotzdem steigt man jeden Tag ins Auto und geht davon aus, das nichts passiert. Und drei Ecken später hat es dann doch geknallt. Eventuell gar nicht durch meine Schuld, aber ich bin betroffen.
Im Falle des Unfalls hoffe ich, dass der Gegner eine Versicherung hat.
Im Falle des hochwertigen Kaufes und der Insolvenz gucke ich blöd aus der Wäsche.
Warum soll ich da ein Risiko eingehen?
Unterstellen tue ich meinem Verkäufer erst mal gar nichts Böses, aber in seine Bücher lässt er mich auch nicht gucken. Und für ein freundliches Lächeln bekommt er kein 60.000 Euro oder mehr von mir, ohne zeitgleiche Gegenleistung.
Im Arbeitsleben hat man zwei Möglichkeiten:
Entweder man geht den Weg des geringen Risikos, wird Angestellter. Man hat ein hoffentlich regelmäßiges Einkommen, ist aber auch nach oben begrenzt,
Oder man entscheidet sich für die Selbstständigkeit.
Höheres Risiko, aber auch höhere Verdienstmöglichkeiten. Keinen Chef der einem doof kommt, man macht die Regeln selber.
Man kann was absetzen, was „auf die Firma schreiben“, das Firmenhandy privat nutzen, ………
Alles Vorteile, mit einem Risiko der Selbstständigkeit verbunden, aber auch mit entsprechenden Möglichkeiten.
Und zum Handel gehört nun mal auch ein Risiko dazu.
Das auf den Endkunden abzuwälzen, sich also nur die Vorteile rauszupicken, funktioniert zumindest bei mir nicht.
Keiner bekommt einen nennenswerten Betrag ohne Absicherung / Gegenleistung.
Das wird vorher besprochen. Und wenn es keine Einigung gibt, dann eben nicht.
Bargeld war bei den letzten Geschäften noch OK, dann wird es jetzt eben die Sofortüberweisung.
Kein Problem.
Aber niemals nicht einen hohen Betrag ohne meine Absicherung.
Ich bin Angestellter, ich muss lange für die Kohle arbeiten.
Ich stecke das nicht so eben weg, wenn einer nicht liefert.
Und zu den Gesprächen in den Verbänden:
Was meinst Du, wie viele Leute beim Hausbau mehr Geld wollten, als vertraglich zugesichert war.
Das werden die alle so in Ihrem „Verband“ erzählt haben.
Nach kurzen Telefonaten mit deren Rechtsanwälten (ich bin keiner) haben dann alle schnell eingesehen, dass Ihre Forderungen wohl unangemessen waren.
Trotzdem werden die das (zumindest am Anfang) immer anders kolportiert haben.
Verklagt hat mich am Ende keiner.
Und jeder, der 100% nach Vertrag geliefert hat, hat auch 100% vom Geld bekommen, pünktlich selbstverständlich.
Wer den Job des Kaufmanns macht, trägt auch das Risiko, nicht der Endkunde.
Der ist Privatperson.
Gruß Rüdiger