Ganz entscheidend sind tatsächlich die Betriebsbedingungen. Fährt man wenig und viel Kurzstrecke, sind schon 10.000 km zu viel, für absolute Vielfahrer sind 30.000 km vielleicht zu wenig. Nun legt das jeder Hersteller für sich selbst fest. Es spielen hier neben technischen Besonderheiten des jeweiligen Aggregats auch wirtschaftliche Themen eine Rolle. Tatsächlich werden auch wirtschaftliche Interessen der Werkstätten berücksichtigt. Das kann ich in einem Fall belegen. Was den Wechsel betrifft : Man kann das ein wenig an folgender Größenordnung festmachen : wie viele echte Kaltstarts habe ich regelmäßig auf 100 gefahrenen Streckenkilometern ? Der Verschleiß und die Belastung des Öls ist bei einem Kaltstart ca. 40x höher als bei einem Warmstart. Bei 1 Kaltstart auf 100 km hält der Motor ewig. Auch bei 2 wird er lange, lange fahren ohne Probleme. Fahre ich hingegen viel Kurzstrecke, immer 5 km, d.h. 20 Kaltstarts auf 100 km, kann ich mich darauf einstellen, dass der Motor die früher gültige magische Grenze von 100-150 tkm nicht überschreiten wird ohne große Revision. Aggregate, die viel laufen, laufen locken das 4-fache ohne große Revision.
Die Ölwechselintervalle entsprechen diesem Verhältnis. Auch hier kann ich durchaus das Öl länger fahren als bei Kurzstrecke. Wesentlich länger.
Moderne Steuerungen berechnen aus diesen Parametern einen individuellen Wechseltermin.
Hier werden Parameter wie Zeit, Kaltstarts, Temperaturen etc. erfasst und mit einem Verschleißbild, welches zuvor definiert wurde, verglichen. Irgendwann ist eine Schwelle erreicht, und das System meldet : Ölwechsel durchführen.
Ich würde aber das ganze auch nicht sooo gewaltig hoch aufhängen. Wir reden hier über Kosten von maximal 200,-€.
Desweiteren sollten wir endlich damit aufhöhren, technische DInge beurteilen zu wollen, von denen wir technisch nicht genug verstehen, um alle Details richtig beurteilen zu können. zu vieles beruht auf Vermutungen. Und wie gesagt : wir reden hier nicht über horrende Kosten, sondern vielleicht über 15,-€ pro Monat.