Hallo WOUPI
das ist leider nicht richtig was Du schreibst!
Ein Ladegerät liefert eine Spannung, den Strom "nimmt" sich die Batterie entsprechend dem Ladezustand und der angelegten Spannung.
Von aussen kann man nur eines vorgben:
Gibst Du die Spannung vor, stellt sich der Strom entsprechend ein
Gibst Du den Strom vor, ergibt sich daraus automatisch die Spannung.
Auch wenn diese tollen Kennlinen der Hersteller immer alles mögliche suggerieren, ist es so wie geschrieben.
Und wenn man die Diagramme genau liest, dann kann man das auch erkennen:
Im Bereich "BULK" ist das Ladegerät an seiner Leistungsgrenze. Mehr als den angegebenen maximalen Ladestrom kann es nicht liefern. Und das bleibt eine ganze Weile so.
In dieser Zeit ist der Strom vorgegeben. Das Ladegerät will zwar die Spannung von 14,8 Volt halten, kann es aber gar nicht. Also sinkt die Spannung ab, aber der Stom bleibt konstant.
I = 25 bis 35 % von C20 heißt ja immerhin bei verbauten 100AH schon 25 bis 35 A. Das schaffen die Ladegeräte sowieso nicht.
Also, wenn die Batterei recht leer ist, wird die Spannung der Batterie nie höher sein als maximaler Ladestrom des Gerätes und Ladezustand der Batterie hergeben.
Jetzt steigt der Ladezustand der Batterie langsam an. Damit ändern sich die inneren Zustände der Batterie. Das Ladegerät macht nichts anderes, als tapfer seinen maximalen Strom zu liefern. Die Ladung der Batterie steigt, die Spannung automatisch.
Da regelt nicht wirklich einer was.
Das Ende der BULK Phase ist einfach so definiert, dass die Batteriespannung nun die maximale Ladespannung erreicht hat. In dem Fall 14,8 Volt.
Und das Ladereät macht nichts anderes, als die Spannung auf diesen Wert zu begrenzen.
Der Strom reduziert sich ab jetzt von alleine, je voller die Batterie wird. Da macht das Ladegerät nichts anderes, als einfach die maximale Ausgangsspannung zu halten. Den Rest bestimmt wieder automatisch der Ladezustand der Batterie.
Das einzige, was die modernen Ladegeräte jetzt noch wirklich machen, ist, nach einer bestimmten Zeit bzw. wenn der Ladestrom auf ein bestimmtes Niveau gefallen ist, nochmals die Spannung zu reduzieren. Wie sonst auch, reduziert sich der Strom in der Batterie automatisch.
Das ist alles wirklich nicht so kompliziert, auch wenn die Hersteller der Ladegeräte das immer gerne so verkaufen.
Ein einfacher Vergleich ist eigentlich die Fahrt im Auto bei hügeliger Landschaft.
Du hat drei Parameter: Die Landschaft, die Geschwindigkeit und die Gaspedalstellung.
Man kann nicht alles drei unabhängig voneinander einstellen.
Ist die Landschaft (Batterieladezustand) gegeben, dann kannst Du entweder die Geschwindigkeit wählen (Spannung) und daraus ergibt sich die Gaspedalstellung (Strom), oder du gibst die Gaspedalstellung vor (Strom) und daraus ergibt sich die gerade mögliche Geschwindigkeit in Abhängigkeit der Landschaft.
Vollgas bei ebenem Gelände und gleichzeitig nur 60 fahren geht eben nicht.
Bulkphase:
Es geht steil Bergauf, Du gibst Vollgas, aber mehr als 65 km/ h kommt nicht raus. Der Motor ist zu schwach.
Weiter in der BULK Phase:
Es wird langsam immer flacher (Ladezustand steigt), immer noch Vollgas, Du wirst immer schneller.
Du erreichst 100 km/ h, deine gewünschte Maximalgeschwindigkeit. Ende der BULK Phase.
Es wird weiter flacher, also fängst Du an, um die 100 nicht zu überschreiten, immer weniger Gas zu geben. (Der Strom sinkt in der Absorptionsphase)
Je voller die Batterie wird, desto weniger Gas gibst Du.
Das hängt direkt zusammen und wird automatisch durch das Gelände bestimmt, mehr nicht.
Die tollen Ladekennlinien sind also gar nicht so kompliziert, stellen nur einen maximalen Strom und eine maximale Spannung ein, mehr nicht. Den Rest macht der Ladezustand der Batterie und nicht das Ladegerät.
Gruß Rüdiger
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