Der TO wollte nach einem Preisvergleich fragen (dazu habe ich unter #4 schon meine Meinung gesagt) nicht nach einer generellen Diskussion um Für und Wider. Letzteres kann ich anhand einiger Beiträge hier gut verstehen; nicht verstehe ich aber, warum eine der beiden Fraktionen immer gleich zerrissen werden muß. Aus vielen Beiträgen erfahrener Nutzer nehme ich was für mich mit, aber wenn Diskussionen mit "zugeschmiertem Unterboden" oder abseitigen Mehrgewichten komplett unsachlich werden, dann ist es kein Wunder, wenn diese Diskussionen aus dem Ruder laufen und man entsprechend wenig "Honig daraus saugen kann". "Zugeschmierte" Unterböden gab es mit Bitumen zB noch in den 90ern ab Werk (VW T4 California Coach), aber das ist längst Vergangenheit; der heutige zusätzliche Schutz aus Fett o.ä. ist transparent.
Auch viele Vergleiche wie "meiner sieht noch aus wie neu am Unterboden" helfen nicht viel, egal wie gut sie gemeint und wie richtig sie sein mögen. Selbst wer ganzjährig fährt, sagt i.d.R. noch nicht dazu wie weit und wo hin. Wer an Nord- oder Ostsee wohnt, weiß warum im Garten etc. alles nur noch mit V4A verschraubt wird - Seeluft ist richtig aggressiv, weil salzhaltig. Wer die Kästen z.B. zwei Mal im Jahr von Hamburg in die Alpen zum Skiurlaub fährt, fängt sich nun mal jede Menge Salzsprühnebel ein, und das Zeug wandert in die letzten Ritzen, da kann man mit kaltem Wasser nachher abspülen, wie man will. In den Bergen gibt´s dann jede Menge Split, der knallt in die Radhäuser und gegen den Unterboden und dann ist die bei den Sevels offenbar durchaus gute Originalbeschichtung recht schnell stellenweise weg. Schraubenköpfe, Tragegelenke, Federbeinaufnahmen und Bremssättel sehen dann richtig bescheiden aus und machen bei Servicearbeiten ggf. echte Probleme. Vergammelte Spurstangenköpfe, die sich nur noch mit der Überredungshilfe aus dem Schwerlastregal lösen lassen, sind mein Fall nicht. Brauchbarer Schutz gegen Salz in Hohlräumen, das dann Wasser sammelt und zu Korrosion führt, ist nun mal ne Hohlraumversiegelung; geschnittene und geschweißte Stoßkanten innen am Schweller sind eben gerade nicht beschichtet; die Beschichtung / Verzinkung etc. passiert ggf. auch vor diesen Bearbeitungsschritten. Wenn dann jemand sagt, nach fünf Jahren sehe der Kasten noch gut aus ohne Rost, dann würde ich gerne schon genauer wissen, ob auch mal mit einem Endoskop in die Schweller geguckt wurde oder ob das eher ne kursorische Prüfung mit "einen Blick auf den Unterboden werfen beim Aufdrehen des Abwassertanks" war, bevor ich auf solche Aussagen hin eine ernsthafte Entscheidung für oder gegen Hohlraumversiegelung und Unterbodenschutz treffe. Der Rost fängt bei Schwellern innen an den Stößen, Schweißnähten und Falzen an; wenn man da draußen Rost sieht, ist der Schweller buchstäblich so gut wie durch; da sieht man nach fünf Jahren natürlich auch bei unbehandelten Schwellern nichts.
Auch der Vergleich "Das sind Handwerkerfahrzeuge, die sind langlebig" hinkt m.E. Wir waren ursprünglich auf der Suche nach einem Sprinter zum Ausbauen, und haben alleine bei einem einzigen Händler in Mainz buchstäblich Dutzende Sprinter gesehen, die noch in der Neuwagengarantie waren und deutlich sechsstellige Kilometerstände aufwiesen. "Langlebig" heißt, die kann man runterrocken im Dauerbetrieb, nicht "die kann man 10 Jahre lang auf ne nasse Wiese stellen". Wer zB den Kasten im Jahr 3.000km bewegt, einmal im Sommer von Hannover nach Kroatien und zurück, und dann auch immer noch Sonnen- und Regenverhüterli drüberzieht und den Kasten 11 von 12 Monaten beim Bauern in der geheizten Scheune parkt, der braucht eher Geld für jährlich neue Wohnraumbatterien als für einen Unterbodenschutz. Das ist ne rein individuelle Entscheidung; die einen haben einen Thermomix, die anderen keinen, und keiner verhungert.
Also, jeder wie er will. Ich hab' auch kein Geld zu verbrennen, aber Hohlraumversiegelung mit Sander-Fett bekommt er aufgrund unseres Fahrprofiles, das dürften ca. 8kg Material sein, dazu einen Unterbodenschutz aus transparentem Dinitrol, inbesondere an schwer zugänglichen Ecken wie den Federbeindomen; wenn das nachher insgesamt 15kg sind, wär's schon wirklich sehr viel, und ein paar kg tropfen dann spätestens im heißen Sommer noch aus den Ablauflöchern, die man im übrigen so oder so gelegentlich reinigen muß - z.B. kommen durch die vorderen Seitenscheibendichtungen jede Menge Wasser und Dreck in die Tür, was die Türabläufe verstopft. Das merkt man manchmal erst, wenn einem das Wasser über die Füße läuft, wenn der Kasten mal in einer anderen Längsneigung geparkt wird....
Just my 2c
Grüße
Chris