Allerdings sollte man sich dann auch mit den Hilfsmitteln vorher mal richtig vertraut machen und am besten damit üben …
Das ist sicher richtig. Hab's noch nie an einem Reifen ausprobiert, doch schon bei so einer Reparatur zugeschaut und mich mit der Anleitung vertraut gemacht. Eine grosse Sache ist das nicht. Funktioniert natürlich nur bei schlauchlosen Reifen.
Zuerst mit dem Wagenheber die betroffene Radseite anheben, dann …
1)
Loch lokalisieren und mögliche Gegenstände die noch im Reifen stecken (Nagel, Schraube, Draht etc.) mit der mitgelieferten Zange entfernen.
2)
Ist das Loch zu klein, muss es auf den Durchmesser des mitgelieferten Reibahlenwerkzeugs vergrössert werden. Deshalb Schmiermittel auftragen (ist in dem Set enthalten) und mit dem Spiralschaft des Reibahlenwerkzeugs das Loch "säubern".
3)
Unter Umständen werden dabei Stahlbänder oder Fäden an der Reifenstelle durchtrennt. Der Reibahlstift wird voll ins Loch reingedrückt. Das Reibahlenwerkzeug hat eine kleine Imbusschraube. Löst man die (Imbusschlüssel im Set enthalten) kann der Stift entfernt werden. Im Set ist eine runde Feile enthalten. Die in den T-Griff einstecken, zuschrauben und damit das Loch an den Rändern schön ausfeilen.
4)
Dann ein Gummi-Dichtstreifen (oder Reifen-Reparaturstopfen wie er auch genannt wird) zur Hälfte durch das Nadelöhr des T-Griff-Einsteckwerkzeugs stecken. Sobald man so einen Gummi-Dichtstreifen in den Fingern hält, versteht man wie dieses Material später das Loch abdichten wird. Der Gummi ist eine weiche und klebrige Masse die sich beim berühren beider Enden sofort verklebt. Bleibt gerne auch an den Fingern halften. Das einfädeln in das Nadelöhr ist durch die klebrige Eigenschaft dieser Gummi-Dichtstreifen ein wenig mühsam. Im Set sind 30 solcher Gummi-Dichtstreifen enthalten.
An dieser Stelle muss ich etwas dazwischen schieben: in der Anleitung ist auf Bild 4 eine sogenannte "Halteplattform" ersichtlich. Die ist jedoch in meinem Set nicht enthalten, wurde wahrscheinlich vergessen beizulegen. Zum Zubehör gesellt sich deshalb nun eine 4 cm breite Unterlegscheibe.
5)
Dann dieses T-Griff-Einsteckwerkzeug in das Loch einstecken. Der Gummi-Dichtstreifen soll 1.2 cm aus dem Reifen ragen. Um den Gummi noch besser an das Loch zu pressen ist es keine schlechte Idee, den Reifen jetzt ein wenig aufzupumpen. Die Halteplattform (oder in meinem Fall die Unterlegscheibe) fest auf die aus dem Reifen ragenden Enden des Gummi-Dichtstreifen drücken (damit wird vermieden, dass der Gummi-Dichtstreifen im nächsten Vorgang wieder rausgerissen wird). Dann schnell und kraftvoll das T-Griff-Einsteckwerkzeug aus dem Reifen ziehen. Durch diese ruckartige Bewegung wird der Gummi-Dichtstreifen beim Nadelöhr getrennt. Der Gummi-Dichtstreifen dichtet und klebt nun das Loch zu.
6)
Im Set wird sogar ein Messer mitgeliefert. Mit der Klinge das überragende Teil des Gummi-Dichtstreifen auf Reifenprofilhöhe abschneiden. Reifen mit einem Kompressor auf gewünschten Wert aufpumpen. Fertig.
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Das Reparatur-Set mit der Gummi-Dichtstreifen-Methode enthält dazu noch ein Ventil-Werkzeug, Reifenventile und Kappen für Ventile. Trotz der fehlenden "Halteplattform" ist das vom grossen A erhaltene reichhaltig, robust und mit 21€ preiswert. Es gibt jedoch ganz unterschiedliche Reparatur-Sets, so auch sogenannte
Tire Repair Nails. Das sind Kunststoffschauben, die sich mit Hilfe von Leim in ein Loch eindrehen lassen. Ich denke mal, dass die nicht so gut halten wie diese bewährten klebrigen und weichen Gummi-Dichtstreifen.
Einen Kompressor habe ich von einem früheren
Slime Tyre Sealant Reparatur-Set. Mit dieser Methode wird eine Tube Leim in ein Reifenloch eingespritzt. Der Reifen wird anschliessend mit dem 12V-Kompressor (enthält 2.9 m Kabel) aufgepumpt. Finde das mit den Gummi-Dichtstreifen jedoch besser. Der im Tyre Sealant Reparatur-Set enthaltene 12V-Kompressor ist jedoch völlig ausreichend für das pumpen eines Reifens.
Angenommen wir hätten eine Reifenpanne welche sich mit den Gummi-Dichtstreifen repariern lässt, so würden wir bei Gelegenheit eine Werkstatt aufsuchen und dort das Reserverad montieren lassen.