Das ein FI auch in einem IT Netz, also einem völlig isolierten Netz, gesetzlich gefordert ist kann ich mir aus folgenden Grund nicht vorstellen:
Gesetzlich gefordert ist das nicht. Das steht in den DIN/VDE, auf die sich der Gesetzgeber aber ausdrücklich bezieht.
Das ist ein Problem in Deutschland, das sich auf Regelwerke berufen wird, die nicht jedem kostenlos zugänglich sind und zudem auch nicht kopiert werden dürfen.
Meist ist aufgrund der sehr allgemeinen Ausdrücke, wie "in elektrischen Anlagen" auch nicht klar, ob dies zum Beispiel auch für ein KFZ gilt.
Ich sehe auch keinen Grund warum [das Gesetz fordern sollte, das] ein grundsätzlich sicheres Netz (vollisoliert) mit fragwürdigen Handständen die selbst gefahren mit sich bringen, um einen FI erweitert werden muss.
www.bgbau.de/fileadmin/Medien-Objekte/Me.../203_032/203_032.pdf
Da hast du ja etwas gefunden was zwar die Problematik verdeutlicht, aber in diesem Zusammenhang ein sehr verzerrtes Bild liefert.
Hier zitierst du aus einer Empfehlung der Berufsgenossenschaft des Baugewerbe. Mit diesen Empfehlungen soll erreicht werden, das der Bauherr nachweisen kann dass er alles getan hat um Gefahren abzuwenden.
Wer mal auf dem Bau gearbeitet hat, kann beurteilen das der Vergleich zum statisch abgestellten Campingfahrzeug, dessen gefährdeten Personenkreis und die elektrische Anwendung, absolut an den Haaren herbei gezogen ist.
Die Verantwortung des Fahrzeugbesitzer gegenüber der eines Bauherren unterscheidet sich schon allein im Kreis der gefährdeten Personen. Dein Familienmitglied, falls es dein Fahrzeug nutzen darf, wird dich im Schadensfall wohl auch nicht verklagen...
Seite 13 Punkt 5.1.2.1
... mit dem isolierten Netz dagegen kommt es zu gar keinem Strom durch den Körper.
Gar kein Strom ist auch nicht richtig.
Auch hier wird das Problem gut plastisch veranschaulicht. Im Beispiel Bau und Drehstromgenerator kann der zweite gleichzeitige Fehler wohl etwas wahrscheinlicher auftreten, als bei einer zweiadrigen Zuleitung von maximal 2m Länge über die keine Fahrzeuge fahren.
Zudem wird hier nicht aktiv mit einer beweglichen Leitung gearbeitet. Sollte nun doch der sehr unwahrscheinliche Fall eintreten das 2 Fehler gleichzeitig auftreten ist das einzige Szenario das du eine beschädigte Stelle des Kabels anfasst und gleichzeitig beide Kupferleitungen berührst. Dann lägen Eintritt und Austritt der Spannung sehr nahe zusammen und in der Folge kribbelt einmal die Hand und nichts weiter passiert.
Wenn man sein Leben konsequent nach Wahrscheinlichkeit und Schwere eines anzunehmenden Unfalls ausrichten würde, dürfte man sich gar nicht aus dem Haus wagen und gar keine elektrischen Geräte benutzen.
Deshalb ist auch gefordert, bei Anschluß mehrerer Geräte an ein IT-Netz, ab dem zweiten Gerät RCD (FI) einzubauen. Diese müssen auch Gleichströme detektieren können.
Das stimmt auch nur bedingt. Hat zum Beispiel ein Wechselrichter zwei Steckdosen, ist es gestattet zwei separate Verbraucher daran zu installieren. Ab zwei Steckdosen an einer Zuleitung ist der RCD gefordert.
Das nutzt dem Fragestellenden jetzt aber genauso wenig, wie deine Meinung zum Thema.
Das sehe ich jetzt auch anders, denn Dank deines Beitrages kann der Leser jetzt die Schutzmaßnahmen verstehen und die Gefahr einordnen.
Ich möchte das mal wie folgt erklären:
Hätte ich Angst meine Kinder oder die Kinder von Freunden mein Auto an einer Powerstation ohne RCD aufladen zu lassen? Oder besteht eine Gefahr für Leib und Leben für fremde Personen?
Definitiv nein!