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Isolierung in der Hecktüre 08 Jan 2026 11:33 #91

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Genau deshalb ist die relative Luftfeuchte alleine nicht aussagekräftig, sondern der Taupunkt. Bei 16 °C Innenluft liegt der Taupunkt je nach rF ungefähr bei: 45 % → 4,1 °C, 50 % → 5,6 °C, 55 % → 7,0 °C. Heißt ganz praktisch: Sobald eine Oberfläche (Hecktürblech/Heckfenster/Rahmen) kälter ist als dieser Wert, kondensiert es – auch wenn die Luftfeuchte „nur“ 45 % beträgt. Wenn das Blech innen also z. B. auf 4 °C oder darunter fällt, bekommst du Kondens selbst bei 45 %. Und hinter dicht anliegenden Matten steigt die lokale rF oft zusätzlich (stehende Luft/Mikroklima) – dann setzt Kondens noch früher ein.

Wir können die Physik nicht austricksen. Bei all den vielen Meinungen wäre es ratsam, dass wir zum Vergleich immer:
  • Aussentemp oder noch besser Temp. an den Kältestellen / Kondensstellen (z.B. Hecktür) - i.d.R ist wohl aber die Aussentemp auch die, die innen am Blech anliegt :-)
  • Innentemp
  • Luftfeuchte 
angeben.
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Isolierung in der Hecktüre 11 Jan 2026 18:26 #92

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Kondensation und Verdunstung findet grundsätzlich immer parallel statt. Der Taupunkt definiert lediglich die Temperatur, bei der sich bei gegebener absoluter Luftfeuchte das Verhältnis von Kondensation und Verdunstung die Waage hält. Je weiter diese Temperatur unterschritten wird, desto mehr Kondensat fällt an. Kondensation ist kein binärer Vorgang. Filz ist sicherlich kein hocheffizienter Dämmstoff. Wenn die Alternative aber das blanke Blech ist, ist Filz schon ein deutlicher Fortschritt.

Im Folgenden ein Vergleich Stoßlüften vs. kontinuierlichem Lüften mittels Dachlüfter.

Vor dem Lüften:
 

Nach 5 minütigem Stoßlüften (Heki, Schiebetür und Hecktüren):
 

Dachlüfter auf Stufe 1 für ca. 1 Std.:
 

Die Außentemperatur lag bei rund 0 °C, nahezu vollständig gesättigt (98 %).
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Isolierung in der Hecktüre 11 Jan 2026 19:18 #93

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Es ist ja nicht nur die Innenraumluft die kondensiert. Auch die Zwischenraumluft kondensiert dann auch noch mal an den Flächen in den Wänden und Türen.
Werde im Februar mal testen, wie es ist den Maxxfan nachts durchlaufen zu lassen. Ggf. mit einer Dämmmatte mit verkleinertem Auslass. Auf Stufe 1 ist der ja quasi nicht zu hören. 
Gruß Harry
Summit 640 Prime, BJ 2023, 180 PS/ AT, schwarz metallic,
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Isolierung in der Hecktüre 11 Jan 2026 21:16 #94

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Es ist ja nicht nur die Innenraumluft die kondensiert. Auch die Zwischenraumluft kondensiert dann auch noch mal an den Flächen in den Wänden und Türen.
 
Ja, die gesamte Bescherung sieht man erst gar nicht. Das schöne am Dachlüfter: Er erzwingt eine Luftrichtung - von außen nach innen - und verhindert dadurch, dass warme und relativ feuchte Luft von Innen in diese Zwischenräume dringt.

Eine Ergänzung zum obigen Beitrag: Windschutzscheibe vor und nach 75 Minuten Betrieb des Dachlüfters auf Stufe 1:
 

 
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Isolierung in der Hecktüre 11 Jan 2026 23:15 #95

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Ich sehe das Problem, dass man mit dem Dachlüfter die warme Heizungsluft absaugt.
Das treibt den Gasverbrauch.
Es gibt kleine elektrische Luftentfeuchter, mit wenig Energieverbrauch.
Die große Lösung wäre ein Dachklima-Anlage, die hat meistens auch eine Funktion „Trocknen“.

Ralli
Verkauf im Mai 2026: 4,25t Pössl 2WIN VARIO (Heavy) mit 1,7t KNAUS Sport&Fun
Bald im Eura Mobil AO 690 HB unterwegs.

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Isolierung in der Hecktüre 14 Jan 2026 00:01 #96

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Der Wärmeverlust ist durchaus ein Punkt. Im Folgenden ein grober Versuch der Quantifizierung des Wärmeverlustes bei Betrieb auf kleinster Stufe. Zunächst benötigen wir den Volumenstrom der erwärmten Luft, die über den Dachlüfter den Kasten verlässt. Der lässt sich z.B. über folgende drei Wege ermitteln:

1. Volumenstrom nach Leistungsangabe in Prozent laut Einstellung am Display bzw. auf der Fernbedienung:
Der Belluna macht bei Volllast laut Datenblatt 3000 m³/h. In der kleinsten Stufe (10%) läge der Volumenstrom folglich bei ca. 300 m³/h. Ob die prozentualen Angaben auf dem Display sich auch tatsächlich auf den Volumenstrom beziehen, wage ich zu bezweifeln.

2. Volumenstrom nach gemessener elektrischer Leistung:
Standby: 0,2 W
10 %: 0.5 W
30 %: 1,4 W
50 %: 4,3 W
70 %: 9,6 W
100 %: 22,7 W
In der Einstellung "10 %" hat der Lüfter eine Leistungsaufnahme von P = 0,5 W - 0,2 W = 0,3 W. Dies entspricht 0,3 W / (22,7 W - 0,2 W) * 100 % ≈ 1,3 % der maximalen Leistungsaufnahme des Lüftermotors. Da P ~ n³ und n ~ V/t ist P ~ (V/t)³. Für den Volumenstrom ergibt sich damit:
V/t ≈ 3000 m³/h * 0,013^(1/3) ≈ 705 m³/h
Da der Dachlüfter aber in erster Linie der Kühlung bei hohen Temperaturen dient, wird er entsprechend auf höhere Drehzahlen optimiert sein, weshalb der auf Basis der Leistung ermittelte Volumenstrom zu hoch gegriffen sein wird.

3. Volumenstrom nach Messung der Strömungsgeschwindigkeit:
Ich habe leider nur ein Schalenkreuzanemometer, das prinzipbedingt nur mäßig genau ist. Ich habe damit die Strömungsgeschwindigkeit über den gesamten Querschnitt gemessen. Der Dachventilator hat einen Nabendurchmesser von 9 cm und eine Öffnung von 31 cm. Im Bereich der Nabe sowie an den äußeren 1,5 cm der Öffnung findet kein Lufttransport statt. Die Strömungsgeschwindigkeit in Lüfterstufe 30 % beträgt bei geschlossenen Fenstern (!) gemittelt ca. 0,7 m/s. In Lüfterstufe 20 % und 10 % war die Strömungsgeschwindigkeit zu niedrig, als dass ich sie mit meinem Anemometer hätte bestimmen können.
V/t = v * A ≈ 0,7 m/s * π * [(0,14 m)² - (0,045 m)²] ≈ 0,039 m³/s ≈ 140 m³/h
Anpassung der Lüfterstufe gemäß Rechnung in (2):
(0,5 W - 0,2 W) / (1,4 W - 0,2 W) = 0,25 => Der Leistungsbedarf bei Einstellung "10 %" entspricht einem Viertel des Leistungsbedarfs der Einstellung "30 %".
Daraus folgt für den Volumenstrom:
V/t ≈ 140 m³/h * 0,25^(1/3) ≈ 88 m³/h

Bewertung: Am ehesten vertraue ich den Werten, die ich über die Strömungsgeschwindigkeit in (3) ermittelt habe, da es schon einen Unterschied macht, ob man die Fenster geöffnet hat und der Lüfter nur gegen einen geringen Widerstand arbeiten muss oder die Luft über die "Zwangsbelüftung" mit entsprechenden Strömungswiderständen ins Fahrzeug kommen muss. Dennoch kann man die 88 m³/h nur als Größenordnung nehmen, da meine Messung sicherlich nicht besonders genau war.

Berechnung des Wärmeverlustes:
Q = V/t * c * ΔT
Bei einer Wohnraumtemperatur von 20 °C und einer Außentemperatur von 0 °C sowie der spezifischen Wärmekapazität von Luft c ergibt sich der folgender Wärmeverlust:
Q ≈ 88 m³/h * 0,34 Wh/(m³*K) * 20 K ≈ 598 W
Für -10 °C beträgt ΔT = 30 K und Q ≈ 897 W

Um den tatsächlichen zusätzlichen Wärmeverlust berechnen zu können, müsste man abschließend wissen, wie groß der Wärmeverlust durch die werksseitig vorhandene Zwangsbelüftung ist und diesen vom oben ermittelten Wert abziehen. Hier spielen sicher auch noch weitere Faktoren mit rein, z.B. ob es windstill ist. Ich tippe mal ganz grob irgendwas zwischen 50 und 300 W bei 0 °C und Windstille.

Einordnung: Um den zusätzlichen Wärmeverlust bei 0 °C auszugleichen, benötigt man also ca. 300 - 550 W Heizleistung. Ausgehend von 500 W benötigt man pro 24h also ca. 1 kg Gas oder 1,5 l Diesel. Entsprechend verringert sich der Verbrauch, wenn man sich nicht im Fahrzeug aufhält oder die Wohnraumtemperatur absenkt. Insgesamt natürlich schon eine Investition. Ob aber ein Luftentfeuchter/Klimaanlage effizienter und komfortabler ist, wage ich zu bezweifeln. Die benötigen zwischen 400 - 600 W, machen Lärm und akzeptieren ausschließlich Strom als Energiequelle. Alternativ gibt es noch Lappen & Abzieher. Irgendeinen Tod muss man sterben....
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