Das ist mal eine gute Frage. Ich habe gestern noch etwas herumgestöbert im Netz und nach Informationen zu Lieferzeiten von Wohnmobilen zu finden. Einerseits wurde da genannt, dass die Kastenwagen von Fiat natürlich auch sehr viel für gewerbliche Zwecke gekauft werden. Alle möglichen Handwerker und auch Lieferdienste setzen da eher auf Fiat als auf Citroen und Peugeot. Insofern scheinen die Fiat-Modelle knapper zu sein als die Citroen und Peugeot aus dem gleichen Werk.
Außerdem wurde Truma als "Bottleneck" genannt, deren Dieselheizung z. B. ein Zündelement benötigt und der Lieferant dieses gerade nicht (oder sehr eingeschränkt) liefern kann. Hat man also eine Dieselheizung mitbestellt, dann kann das ein Grund für Verzögerungen sein. Ich denke, dass es duzende solcher Details gibt, die gerade schwer zu bekommen sind. Rahmenfenster sollen auch immer noch knapp sein...
Das erklärt noch nicht, warum Kunde 1 bei Händler A sein Fahrzeug nach 6 Monaten hat und Kunde 2 bei Händler B 18 Monate drauf warten muss. Aber auch da gibt es sicher viele Dinge, die für den Kunden nicht sichtbar sind: kann sein, dass Händler A generell schon mehr Fahrzeuge im Vorlauf hat, d. h. grundsätzlich von bestimmten Modellen auch ohne individuellen Kundenauftrag schon eine ganze Reihe vorbestellt hatte. Die Endausstattung kannd er Händler sicher noch mit Pössl klären, wenn es dann soweit ist. Händler B hat vielleicht für diese Modelle nicht so viele Fahrzeuge vorbestellt und muss dann die normale Lieferzeit abwarten und dem Kunden weitergeben.
Nun könnte man natürlich als Tipp mitgeben: wenn man bei einem Händler ist und die Konfiguration für ein Fahrzeug dort macht, dann einen Liefertermin bekommt, der schon sehr lang ist, dann kann man noch zu einem anderen Händler fahren und dort anfragen, ob der schneller liefern kann. Die endgültige Bestellung bei Händler A müsste man dann ja nicht unterschreiben.
ABER: in unserem Fall gibt es zum Beispiel gar nicht so viele Optionen. Es gibt ja nicht in jeder Stadt erinen Pössl-Händler. Für kam eigentlich aufgrund der Entfernung Metzingen am ehesten in Betracht, aber im Herbst 2021 teilten die mir mit, dass sie gerade gar keine Fahrzeuge zum Anschauen auf dem Hof hätten und bis April 2022 umbauen. Dann sollte man sich nochmal melden. Also haben wir den Umkreis etwas erweitert und kamen dann auf einen Händler bei Freiburg, über den ich hier eigentlich nur sehr Gutes gelesen habe. Die Lieferzeit war schon heftig und wir müssen immer noch etwas Geduld haben, hoffen aber, dass es dann auch klappt. Vor allem gibt es bisher noch gar keinen Grund, irgendwie unzufrieden zu sein. Es gab noch keine Information über eine Verzögerung, aber natürlich wird es wegen des neuen Modelljahres usw. ein Gespräch geben. Wir haben aber ein sehr gutes Gefühl bei dem Händler - hoffentlich bleibt das so.
Natürlich könnte man auch Händler weiter weg anfahren, aber wenn ich berücksichtige, dass ich das Fahrzeug vielleicht nach dem Kauf nochmal wegen irgendwelcher Problemchen oder auch zum jährlichen Service dorthin bringen will, dann ist mir das schon weit genug weg.
Ein Faktor, der bei einer Auslieferung und somit Erstzulassung ab 2023 natürlich echt ärgerlich ist, das ist die Extra-Abgabe für die Zulassung eines Verbrenner-Fahrzeugs. Ich habe es mal für den CO2-Ausstoß unseres zukünftigen SUmmit Prime 640 ausgerechnet: wir dürfen dann bei der Zulassung mal eben ca. 4500 € zahlen. Bekommt man es hin, sein Wohnmobil früher zu bekommen und zuzulassen, kann man sich das Geld sparen. Das ist schon eine ganze Stange Geld und wenn der Liefertermin aufgrund von Verzögerungen seitens des Händlers in das Jahr 2023 verschoben wird, dann würde ich diese Verbrenner-Abgabe als Schaden durchaus versuchen, vom Händler zurück zu bekommen. Andere Schadensersatzansprüche erfordern in der Regel auch einen nachgewiesenen Schaden, für den man schon Geld verloren hatte. Das ist oft schwierig, es sei denn, man zieht das durch und fährt mit einem gemieteten Wohnmobil in den Urlaub und setzt diese Kosten als Schaden an.