Mittlerweile habe ich die Meiß'ner Wegfahrsperre seit zwei Wochen in (sporadischer) Nutzung und bin ein bisschen unentschieden, ob ich es mir nochmal einbauen lassen würde. Damit kein falscher Eindruck aufkommt: Das Teil funktionierte bisher zuverlässig und die Entsperr-Mimik finde ich pfiffig. (Details hierzu werde ich nicht schildern.)
Aber ich hätte schon gerne gewusst, wie genau die Blockade des Fahrzeuges implementiert ist und vor allem möchte ich mir sicher sein können, nicht wegen einer Fehlfunktion der WFS irgendwo im Ausland liegenzubleiben und nicht mehr vom Fleck zu kommen. Ich habe vor und nach Einbau jeweils einmal mit dem Einbauer telefoniert und natürlich auch vor Ort mündliche Informationen bekommen. Es wurde mir erklärt, dass durch die Schärfung bzw. Entchärfung der WFS diverse Steuergeräte "in der richtigen Reihenfolge schlafengelegt und wieder aufgeweckt werden, damit kein Fehler in den Fehlerspeicher geschrieben wird." Außerdem wird, wenn der "Werkstattmodus" aktiviert wird (Details werde ich wiederum nicht schildern), die WFS quasi nicht-existent, d.h. man kann das Fahrzeug auch dann noch starten, wenn die Elektronik der WFS defekt ist.
Meine Beobachtungen im Betrieb sind:
- Im Gegensatz zu dem YT-Video ist es neuerdings bei der WFS so, dass die Zündung totgestellt wird, d.h. das Armaturenbrett bleibt bei Schlüsseldrehung einfach dunkel. (Das wurde irgendwann mal geändert, ab welchem Stichtag, weiß ich nciht.)
- Bei Entschärfung kommt eine akustische und eine optische Quittierung und es klickt vernehmbar ein Relais irgendwo im Armaturenbrett.
- Wenn ich erst den Schlüssel auf "Zündung" stelle (Armaturenbrett bleibt dunkel) und dann die WFS entschärfe, klickt wiederum das Relais und das Armaturenbrett wird verzögerungsfrei "hell".
- Wenn der "Werkstattmodus" aktiviert wird, dann klickt ebenfalls das Relais und es erfolgt genau dieselbe akustische und optische Quittierung wie bei einer normalen Entschärfung.
Aus diesen Beobachtungen hätte ich nun den Schluss gezogen, dass es sich um eine simple Stromkreisunterbrechung handelt und nicht etwa Steuergeräte herunter- und wieder hochgefahren werden. Aus der letzten Beobachtung hätte ich außerdem geschlossen, dass der "Werkstattmodus" eine korrekte Funktion der WFS voraussetzt und sich bei einer Fehlfunktion möglicherweise gar nicht außer Betrieb nehmen lässt. Der Erbauer schwört aber Stein und Bein darauf, dass das nicht der Fall ist und sich die WFS durch den Werkstattmodus in jedem Fall außer Betrieb nehmen lässt, auch bei einem Versagen der Elektronik. Ich will hier auch gar nichts gegenteiliges behaupten oder ihm Unrecht tun, schließlich bin ich nur Laie.
Ganz interessant ist, dass im Kommentarbereich des entsprechenden Artikels auf "womo.blog" jemand geschrieben hat, dass im Netz so eine Wegfahrsperre (für 39€) gibt, die eine Stromkreisunterbrechung implementiert und dessen Gehäuse genauso aussieht wie das Gerät, welches auf womo.blog abgebildet ist. Hab ich mir angesehen, die optischen Ähnlichkeit ist tatsächlich deutlich, sogar die diagonal gegenüberliegenden Schraubfahnen und die Lage des Anschlusssteckers. Der Autor von womo.blog schreibt aber dazu, dass das abgebildete Gerät nur ein Placebo ist und das echte Gerät bestimmt ganz anders aussieht.
Fazit: Für mich persönlich gibt es zu viele Widersprüche, was wahrscheinlich daran liegt, dass man zu wenig Informationen hat. Aus dem Bauch heraus würde ich den Einbau eher nicht noch einmal machen lassen. Das heißt ausdrücklich nicht, dass die WFS aus Meißen schlecht ist!