Wird dann mit frischem Öl gespült, kann dies einen Teil der Verschmutzung durchaus anlösen und weitertragen. Schaut man sich die Mechatronik mal genau an, sind da wirklich gaaaaanz feine Kanäle drinnen, wenn da dann was an der fälschen Stelle hängen bleibt, gibts Probleme. Die Fälle sind bekannt und auch nicht wenige.
Das halte ich jetzt für sehr spekulativ, denn zum einen kommt die Aussage, dass eine Spülung unkritisch ist, von ZF selbst und zum anderen hätte man das Problem "frischer" Additive bei einem schlichten Ölwechsel ja auch. Mit der Logik müsste man ganz die Finger davon lassen. Und wie im Videobeitrag erwähnt, ist eine Rücksprache mit ZF nur bei sehr hohen Laufleistungen empfehlenswert.
Wenn man so frühzeitig spült, dass noch keine Ablagerungen drinnen sind passiert natürlich nichts.
Nur wofür soll man dann so einen Haufen Öl durchjagen? Dann reicht der Teilölwechsel locker.
Vaico z.B. gibt 8l Öl alle 80.000km für die Spülung an.
Wechselmenge wäre rund die Hälfte.
Abgesehen davon, dass 8l sicher nicht reichen um 100% der alten Brühe inkl. Schmutz auszuspülen und komplett frisches Öl drinnen zu haben, kann man dann auch alle 40.000km einen Teilölwechsel machen.
Dann ist nach der Hälfte der Laufzeit der Dreck schon mal zum größten Teil raus, und nach weiteren 40.000 nochmal. Man hat fürs Öl genau das Gleiche ausgegeben und sich die ganze Spülerei inkl. deutlich höheren Kosten gespart.
ZF empfielt bei den Getrieben mit "Lifetiime"-Füllung immer zwischen 80.000 und 100.000k Laufzeit einen Ölwechsel oder Spülung.
Klar, wenn die Brühe 100.000 drinnen war und damit viel Schmutz angefallen ist, ist Spülen besser um den Schmutz zu entfernen. Wenn schon Schaltbeeinträchtigungen spürbar sind, sind auch schon Ablagerungen in der Mechatronik, dann kann es zu Problemen kommen.
Früher wechseln, das gleiche für's Öl ausgeben und sich die Spülkosten sparen. Hat man mehr von
Frag mal in den Werkstätten die Spülen anbieten ob sie das Gerät gekauft haben.
Wirst du kaum einen finden, die Ölhersteller laufen die regelmäßig die Bude ein, wollen dir das Ding hinstellen und dann sollst du eine Zeil X einen höheren Ölpreis zahlen um das Ding zu finanzieren.
Spülst du dann schön regelmässig, geht natürlich der Ölumsatz auch nochmal gut in die Höhe, man verbrät ja dabei auch noch sauberes Öl.
Die Dinger werden wesentlich mehr gehypt wie sie wirklich Nutzen bringen.
Beim Teil-Ölwechsel kommt mehr wie die Hälfte raus. Lässt man die Brühe nicht 100.000 km aufwärts drinnen, sondern wechselt immer mal wieder zwischendurch...
Wenn ich 55 % Frischöl pro Wechsel annehme, dann sind nach 4 Ölwechseln immer noch 10 % Erstbefüllungsöl drinnen.
Mein Kompromissvorschlag wäre daher, den ersten Ölwechsel als Spülung zu machen (natürlich nur in einer Vertragswerkstatt mit original Ersatzöl). So bekommt man das Erstöl (welches am stärksten belastet ist) für die restliche Lebenszeit heraus und wenn bei dieser Arbeit etwas verrutscht dann hat man wenigstens noch Garantie (wenn man nicht zu lange wartet). Jeden weiteren Ölwechsel dann konventionell durchführen.
Mercedes schreibt beim Sprinter bei der ersten Inspektion den "Teil"-Ölwechsel vor, danach alle 100.000km.
Die Sprinter Fronttriebler haben das original ZF 948HP verbaut, das Drehmoment ist ähnlich wie bei den Ducatos.
Also alles sehr ähnliche Bedingungen. Da ließt und hört man absolut nix von Problemen.
Wirkliche Spananfall und Metallabrieb haben die modernen Getriebe in der Einlaufphase nicht mehr, nur der Abrieb der Kuupplungsbeläge ist die Zeit etwas erhöht.
Was will man also da im Regelfall rausspülen?
Ölwechsel machen nicht ewig mit dem zweiten und dritten warten und gut ist.